Der Radiosender Bayern 2 steht wegen einer Sendung der Reihe radioThema in der Kritik
Der Radiosender Bayern 2 steht wegen einer Sendung der Reihe radioThema in der Kritik

Programmbeschwerde gegen Bayern 2 erfolgreich

Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR) hat Mängel in einer Bayern 2-Sendung eingestanden, die sich mit dem „christlich-rechten Rand“ beschäftigt. Mehrere Hörer hatten sich in Programmbeschwerden über die darin enthaltene Darstellung christlicher Gruppen beschwert.

Ende Februar hatte Bayern 2 eine Sendung der Reihe radioThema mit den Titel „APO von christlich rechts? Wie sich unter dem Deckmantel des Kirchen eine wertkonservative und demokratiefeindliche Opposition zusammenfindet – und die Gesellschaft beeinflusst“ ausgestrahlt. Das Feature nahm verschiedene christliche Gruppierungen unter die Lupe, die der Beitrag als wertkonservativ oder sogar demokratiefeindlich einstufte. Neben wenig bekannten katholischen, evangelischen oder evangelikalen Foren und Blogs tauchten auch die Alternative für Deutschland (AfD), die Nachrichtenseite der Deutschen Evangelischen Allianz (EAD) und die Hilfsorganisation Open Doors auf.

Verschiedene Hörer hatten sich anschließend in Programmbeschwerden darüber beklagt, der Beitrag erwecke bei einigen Gruppierungen zu Unrecht den Eindruck, sie seien demokratiefeindlich.

Trennung von Fakten und Meinung fehlt teilweise

Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks gestand nun „handwerkliche Mängel“ in der Sendung ein. Der Ausschuss halte es für kritikwürdig, „dass die Autorin in ihrem Feature meist unmittelbar Wertungen der Ansichten und Standpunkte vornimmt, über die sie berichten will.“ An mehreren Stellen fehle eine klare Trennung zwischen recherchierten Fakten und eigener, kritischer Einordnung, teilte der Vorsitzendes des Rates, Lorenz Wolf, mit. Zudem seien zu viele unterschiedliche Personen und Gruppierungen zu „ganz unterschiedlichen Themen“ befragt worden, wobei nicht deutlich zu erkennen sei, ob es sich dabei um Standpunkte von Einzelpersonen, von Vereinen oder von Verbänden handele. Besonders die Hintergrundmusik verstärke den „diffusen Eindruck einer potenziellen Gewaltbereitschaft“ mancher Vertreter.

Dem Hörer der Sendung sei es nicht ohne weiteres möglich, zu erkennen, wer welchen Standpunkt vertrete und ob sich daraus tatsächlich eine Gewaltbereitschaft ableiten lasse. Es könne der Eindruck entstehen, alle im Beitrag genannten Standpunkte seien „schädlich für eine freiheitlich-demokratische Ordnung“. (pro)

Von: sz

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