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Radio SAW: „Jesus-Comedy ist keine Gotteslästerung“

In der Comedy-Sendung „Jesus – Comeback des Jahrtausends“ bei radio SAW muss sich der Sohn Gottes in typischen Alltagssituationen bewähren. Trotz der manchmal gewöhnungsbedürftigen Darstellung der Person Jesu wehrt sich der Sender gegen den Vorwurf, den christlichen Glauben zu verspotten. Der Senderbeauftragte der Evangelischen Freikirchen beim MDR, Christoph Maas, bezeichnet die Sendung hingegen als „völlig inakzeptabel“.
Von PRO
Jesus spielt die Hauptrolle in der Comedy-Serie. Der Sohn Gottes wirkt entgegen dem biblischen Vorbild jedoch weltfremd und naiv
Jesus spielt die Hauptrolle in der Comedy-Serie. Der Sohn Gottes wirkt entgegen dem biblischen Vorbild jedoch weltfremd und naiv
Jede Folge von „Jesus – Comeback des Jahrtausends“ beginnt gleich: Das Handy klingelt, Gott ist am anderen Ende. „Mein lieber Sohn, wie läuft‘s denn?“, fragt er im Tonfall eines gütigen Vaters nach den Vorkommnissen auf der Erde. „Supi, alles supi“, ruft der Jesus-Sprecher mit heller Stimme und erzählt dem anderen, wo er sich gerade befindet: auf dem Fahrrad, im Zoo oder beim Arzt. Auch einen Aushilfsjob bei einer Fastfoodkette hat er schon einmal angenommen. Die Menschen, die der Sohn Gottes in der Comedy-Sendung bei seinen Alltagserlebnissen trifft, stehen dem Bildungsbürgertum meist fern. Kaugummi-Kaugeräusche und Aussprüche wie „Spacko“ und „Alter, ey“ charakterisieren oft Jesu Gesprächspartner. Jede Folge nimmt entweder die deutsche Bürokratie oder eine bestimmte Gesellschaftsschicht auf die Schippe oder übt harmlose Kritik an einem aktuellen Gesellschaftsthema. So erfährt Jesus zum Beispiel am eigenen Leib die Leiden eines gesetzlich Versicherten und wird aufgefordert, „sechs Stunden auf dem Stromkasten“ Platz zu nehmen. In einer Fahrradkontrolle wird seine Klingel mit Kirchenglocken-Klang nicht akzeptiert, weil sie „nicht genormt“ sei. Und im Zoo wundert er sich über das Unwissen der Besucher über Eisbären, die von einer „pinken Tochter“ als „Pokemon“ bezeichnet werden. Gottes Sohn wirkt naiv und weltfremd, ergreift gegenüber Gott aber immer Position für die Menschen. „Jesus ist zurück und staunt über die Dinge des modernen Alltags“, heißt es in der Beschreibung zu dem Format, das in der Spaßecke des Senders angesiedelt ist, nicht in der Kirchenecke. Die Sendung solle dazu dienen, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, erklärte Jens Kerner, Leiter für digitale Kommunikation und digitale Medien bei radio SAW. Einige Hörer hätten sich beschwert, Jesus werde in der Reihe beschimpft und verunglimpft. Der Sender vertritt dagegen die Meinung, Jesus werde nicht negativ dargestellt. Nicht er sei Ziel der Kritik, sondern man sehe die „Auswüchse der Gesellschaft“ mit Jesu Augen.

„Keine Persönlichkeitsverletzung“

Landesbischöfin Ilse Junkermann, der die Sendung vor Ausstrahlung vorgelegt wurde, erklärte dazu: „Wie schon Martin Luther damals ‚dem Volks aufs Maul‘ geschaut hat, versucht auch radio SAW mit diesen Beiträgen in Sprache und Form seine Hörer zu treffen. Über Geschmack kann man immer streiten.“ Gotteslästerung sei ihrer Meinung nach in den Beiträgen jedoch nicht erkennbar. Jesus werde als Mann dargestellt, der aneckte und auf Missstände aufmerksam machte. Die christliche Botschaft werde ins heutige Leben übersetzt. Jens Kerner wies außerdem darauf hin, dass es sich nicht um redaktionelle Beiträge handele, sondern um eine Kleinkunstform: „Die Wurzel der Comedy liegt im Kabarett und ist eine aufmerksamkeitsstarke und überspitzte Darstellung eines Themas. Eine Comedy wird oft kontrovers diskutiert. Sehr wichtig für uns ist, dass keine Person in einer Comedy persönlich verletzt wird.“

Maas: Die Machart ist eindeutig Gotteslästerung

Dass „Jesus – das Comeback des Jahrtausends“ den christlichen Glauben verspottet, kann sich der Sender nicht vorstellen. Es gehe um die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft der heutigen Zeit. Der Theologe Christoph Maas, Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR, widerspricht den Aussagen von Kerner. Als Beispiel nennt er einen Beitrag, in dem Jesus auf Wohnugnssuche ist, weil Gott den Stall in Bethlehem anderweitig braucht. Auf wundersame Weise vermehren sich dann die Quadratmeter der Ein-Zimmer-Wohnung, die Jesus schließlich findet. Maas erklärt dazu: „Die Machart des satirischen Beitrags gehört eindeutig in die Kategorie Gotteslästerung und verletzt christliche Gefühle. Hätten die Aussagen einen erkennbaren Sinn, dann ließe sich darüber reden.“ Schon durch die „dümmliche Sprechweise“ werde Jesus ins Lächerliche gezogen. „Nach meinem Verständnis völlig inakzeptabel“, kritisiert Maas die Comedy-Reihe. (pro)
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