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ProSieben will mehr Toleranz wagen

Das Programm von "ProSieben" steht am heutigen Sonntag ganz im Zeichen der Toleranz. Am so genannten "Tolerance Day" nähert sich der Sender dem Begriff von mehreren Seiten und möchte die Zuschauer "mit Dokumentationen, Reportagen, Tests und Spielfilmen" für sensibilisieren.
Von PRO

Foto: ProSieben / pro

"Wir machen Fernreisen, essen Speisen aus verschiedensten Ländern, praktizieren Yoga, Tai Chi und richten unsere Wohnungen nach Feng Shui ein", heißt es auf der Internetseite des Senders. In Sekundenschnelle können sich Menschen aus der ganzen Welt vernetzen. Trotzdem bleibe die Frage, wie tolerant die Menschen mit fremden Weltanschauungen, Bräuchen und Meinungen umgehen und wo liegen die Grenze des Tolerierbaren liege?

Spirale der Gewalt durchbrechen

Ab 13.20 Uhr zeigt der Sender den Film "Freedom Writers". Darin geht es um die junge Lehrerin Erin Gruwell. Sie kommt an eine Schule, die vor allem Latinos, Afroamerikaner und Asiaten besuchen und die von einem Kreislauf von Gewalt, Drogen- und Bandenkriegen beherrscht wird. Gruwell beginnt mit ihren Methoden die Schranke zwischen ihr und ihren Schülern zu brechen und den Kreislauf der Gewalt aufzuweichen. "Invictus" widmet sich ab 15.30 Uhr thematisch dem Kampf Nelson Mandelas und seinem Widerstands gegen Apartheid und Rassentrennung.

Sogar die amerikanische Kultserie "Die Simpsons" greift in der heutigen Sendung das Thema Toleranz auf. Ab 19.10 Uhr gibt es den großen Toleranztest. Dabei besucht der Sender eine militante Frutarierin, einen objektophilen Mann, der ein Atomkraftwerk liebt, einen bekennenden Nudisten und eine Zeugen- Jehova-Familie und erläutert mit den einzelnen Personen den Toleranz-Begriff. Zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr zeigt ProSieben dann Gran Torino: die Geschichte des verbitterten alten Kriegsveteranen Walt Kowalski, der nach der Rückkehr aus dem Krieg nicht nur seine Frau verliert, sondern auch in ein von Afrikanern, Latinos und anderen Ausländern belebtes Viertel zurückkehrt.

Spöttische Kommentare

Spöttische Kommentare setzt es für die Aktion vom Online-Portal "The European", weil Moderatorin Nela Panghy-Lee auf die Frage nach ihren Erfahrungen mit Toleranz auf einen Shopping-Aufenthalt in Saudi-Arabien verweist. "ProSieben wirbt dabei ausgerechnet mit Reise-Anekdoten aus Saudi-Arabien. Dass der Unterhaltungssender dadurch Toleranz der Intoleranz fordert, hat er offenbar nicht bemerkt. Denn dass Saudi-Arabien mit Toleranz ungefähr genauso viel zu tun hat wie eine Partie Gummitwist mit einem Atomkrieg, das weiß man ja eigentlich nicht erst seit gestern", lautet das vernichtende Fazit.

Vor allem das Schicksal eines Journalisten, dem "wegen drei Mohammed-kritischen Tweets nun die Todesstrafe droht, sollte eigentlich selbst den letzten Redaktionspraktikanten zum Nachdenken anregen". Der "Tolerance Day" und "Bling-Bling-Anekdoten aus intoleranten Staaten" seien nur sehr schwer unter einen Hut zu bekommen. (pro)

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