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Propagandachef des Propheten

Das ARD-Magazin "Report Mainz" hat am Dienstagabend einen Blick auf den radikalen Salafisten Reda Seyam geworfen, der seine Lehren bundesweit unter jungen Leuten verbreitet. Am Rande der Innenministerkonferenz forderten Politiker erneut ein härteres Vorgehen gegen diese Stoßrichtung des Islam.
Von PRO

Foto: ARD / Screenshot: pro

Spätestens, seitdem Anfang Mai militante Salafisten bei einer Demonstration zwei Polizeibeamte niederstachen und schwer verletzten, "wurde auch dem Tolerantesten klar: Von der ultra-radikalen Variante des Salafismus geht eine handfeste Bedrohung aus", so Moderator Fritz Frey. Im Film wird der radikale Salafist Reda Seyam interviewt. Er ist deutscher Staatsbürger ägyptischer Abstammung, lebt in Berlin und machte unter anderem mit dem Versuch Schlagzeilen, seinem Sohn den Namen "Dschihad" zu geben. "[Für] diejenigen, die den Islam beleidigen", erklärt er in gebrochenem Deutsch gegenüber der ARD, "ist es das Urteil des Islams, ihn zu töten. Da können wir nichts dagegen, wenn Allah und sein Gesandter das uns als Vorschrift gegeben hat." Er ergänzt: "Aber wer das machen soll, das kann ich ihnen nicht sagen. Das liegt an jedem selbst."

Der Islamist hatte einen Assistenten mitgebracht, der das Interview parallel zu den SWR-Journalisten aufzeichnete. Am Ende droht Seyam, er werde prüfen, ob der Filmbeitrag gegen den Islam gerichtet sei. In der Reportage sind junge Männer zu sehen, die Gratis-Ausgaben des Koran in Berlin verteilen. Auch Ausschnitte aus Videos, mit denen deutsche Islamisten auf "YouTube" für den Heiligen Krieg werben, werden in der Sendung gezeigt.

Die Islamismus-Expertin Claudia Dantschke von der "Gesellschaft Demokratische Kultur" sieht Seyams Aktivitäten kritisch: "Er hat es geschafft, sich in Berlin zu etablieren mit einer eigenen Gemeinde, wo er Jugendarbeit macht, also junge Leute in seinem Sinne ausbildet", erklärt sie. "Er taucht bundesweit in diesen Netzwerken auf, wo es darum geht, bestimmte Propagandaaktionen im Sinne des radikalen Salafismus zu machen."

Dass gerade junge Menschen für solche radikalen Botschaften empfänglich sind, erklärt die Expertin auch in der kommenden Ausgabe 3/2012 des Christlichen Medienmagazins pro: "Es gibt Jugendliche, die wandern durch die Szenen – und bleiben dann da, wo ihre Bedürfnisse am besten befriedigt werden." Besonders diejenigen, die das Gefühl haben, "nirgends dazuzugehören", ließen sich leicht für extremistische Gruppierungen gewinnen.

Innenminister: Dulden keine Angriffe auf Demokratie

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kommt in dem "Report Mainz"-Beitrag zu Wort. Die Drohungen der Salafisten an ihre Gegner, so der Minister, hätten eine "neue Dimension" erreicht. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergänzte Herrmann am Rande der Innenministerkonferenz am Mittwoch, dass die Salafismus-Bewegung "die "gefährlichste und intoleranteste Gruppierung in der islamischen Welt" sei. "Die Salafisten versuchen, ihre Auseinandersetzung in unser Land zu tragen – und sie versuchen, mit einer ganz massiven Werbekampagne mehr Anhänger zu gewinnen." Weiter sagte er: "Es gibt bereits eine Reihe von Konvertiten, und es ist unübersehbar, dass der Salafismus in einer Expansionsphase ist. Wir müssen auf der Hut sein."

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat indes erneut ein "hartes Durchgreifen" gegen gewaltbereite Salafisten verlangt. "Man muss ganz deutlich machen: Wir dulden das nicht, diese Angriffe auf die Demokratie, auf die Freiheit", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Unmittelbar vor Beginn der Innenministerkonferenz, bei der auch über den Umgang mit Islamisten beraten werden soll, betonte Friedrich: "Ich glaube, wir müssen mit aller Härte und unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten, die wir haben, also Versammlungsrecht, Vereinsrecht, Ausländerrecht, vorgehen."

Der Bundesinnenminister begrüßte die Ausweisung eines Salafisten durch die Behörden in Baden-Württemberg. Der Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit hatte ein Video, das zum bewaffneten Kampf aufruft, mit den Worten kommentiert: "Möge Allah uns allen die Möglichkeit geben, zum Dschihad zu ziehen und als Märtyrer zu sterben." Die Behörden hatten dem Salafisten am Dienstag den Ausweisungsbescheid zugestellt. Er kann dagegen allerdings innerhalb von vier Wochen Einspruch einlegen.

Friedrich erklärte: "Ein hartes Durchgreifen ist angemessen." Er versicherte, die bestehenden Gesetze reichten aus, "um auch im Internet sicherzustellen, dass Recht und Ordnung durchgesetzt werden". (pro/dpa)

Die Salafisten-Szene in Deutschland ist Titelthema der kommenden Ausgabe 3/2012 des Christlichen Medienmagazins pro, das unter der Telefonnummer 06441-915-151 oder per E-Mail unter info@kep.de kostenlos bestellt werden kann.

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