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Presserat: “Titanic” zeigte Jesus als Opfer

Die "Titanic"-Karikatur eines Priesters, der sich an Jesus vergeht, hat im April für Empörung in Deutschland gesorgt. 198 Beschwerden gingen beim Presserat ein. Der entschied nun, die Redaktion nicht zu rügen. Jesus werde in der Zeichnung nicht verhöhnt, sondern als Opfer dargestellt, hieß es.  

Von PRO

Foto: Titanic

"Kirche heute" lautete der Titel einer der mittlerweile bekanntesten Ausgaben des Satire-Magazins "Titanic". Christen aus ganz Deutschland hatten wegen des Titelbildes einen Verstoß gegen den Pressekodex angemahnt, demzufolge die Presse darauf verzichtet, "religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen". Der Presserat tat die Empörung am Donnerstag als unbegründet ab. Die Karikatur sei die zugespitzte Darstellung eines gesellschaftlichen Missstandes innerhalb der Institution Kirche und als solche keine Schmähung, teilte der Rat mit.

Aufgabe von Karikaturen und Satire sei es, Diskussionen in einer Gesellschaft so aufzugreifen, dass sie diese pointiert und manchmal auch an Grenzen gehend darstellt. Die Karikatur der "Titanic" sei provozierend und deshalb aufrüttelnd. Jesus am Kreuz werde in der Karikatur als Opfer darstellt. Es handele sich somit nicht um die Verhöhnung der religiösen Gefühle der Gläubigen, sondern um eine Kritik an den Würdenträgern und der dahinter stehenden Kirche.

Kirche muss mit Kritik leben

Die Vorsitzende des Beschwerdeausschusses des Presserats, Ursula Ernst, erklärte, eine Kirche, die ein Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter decke, müsse mit dieser Art von Satire leben. "In einer Demokratie ist die Pressefreiheit ein maßgebliches Gut, die auch Kritik an ihren Grundpfeilern, wie sie das Christentum in Deutschland darstellt, mit einschließt", teilte Ernst mit.

Ende April hatte sich auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt dazu entschieden, die Karikatur der "Titanic" nicht zu ahnden. 18 Strafanzeigen waren damals bereits gegen das Magazin eingegangen. Die Vorwürfe der "Volksverhetzung" und der "Beschimpfung von Bekenntnissen" seien nicht haltbar, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der Chefredakteur der "Titanic" hatte sich nach Erscheinen der umstrittenen Ausgabe in einem Interview mit dem Fachdienst "Meedia" zu den Beschwerden geäußert: "Diese Reaktion ist für uns unverständlich, insbesondere der Vorwurf, durch diesen Titel könnte die katholische Kirche beleidigt werden. Wir wissen nicht, woher diese Interpretation kommt, und wir sind schockiert über die zum Teil anstößigen und jugendgefährdenden Phantasien, die dieser Titel in manchen Hirnen auslöst." (pro)

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