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PR-Strategie: Was Protestanten von Katholiken lernen können

Die evangelische Kirche tut alles dafür, um bloß nicht als Kirche aufzufallen, findet der Redakteur der Schweriner Volkszeitung Jan-Philipp Hein. Er erklärt auch, mit welchem Trick dies der katholischen Kirche besser gelingt.
Von PRO
Die katholische Kirche schafft es, sich besser mit ihren Meinungen und Themen in den Medien zu inszenieren. Das meint zumindest der Redakteur der Schweriner Volkszeitung Jan-Philipp Hein in einem Kommentar
Die katholische Kirche schafft es, sich besser mit ihren Meinungen und Themen in den Medien zu inszenieren. Das meint zumindest der Redakteur der Schweriner Volkszeitung Jan-Philipp Hein in einem Kommentar
Die Evangelische Kirche vernachlässigt seit Ewigkeiten ihr Kerngeschäft, kritisiert der Journalist Jan-Philipp Hein in einem Kommentar. Sie habe „neue Profit-Center eröffnet oder bisherige Nebenverdienstquellen zum Mittelpunkt ihrer operativen Tätigkeit gemacht“. Vor lauter Friedensbewegung sowie Jugend- und Sozialarbeit habe sie die Theologie aus dem Blick verloren. Gerade die Kirchen seien auf öffentliche Aufmerksamkeit und Akzeptanz angewiesen, meint Hein. Die Evangelische Kirche habe zuletzt vor fünf Jahren beim Rücktritt ihrer Ratsvorsitzenden Margot Käßmann die Schlagzeilen bestimmt. Die katholische Kirche sei dagegen dauernd in den Medien präsent. Neben umstrittenen Themen wie Kindesmissbrauch oder Finanzskandalen tauche sie auch bei ihren Kernthemen in den Medien auf.

„Unbezahlbar wichtige PR“

Dass diese Medienpräsenz eine „unbezahlbar wichtige PR“ sei, hätten die Protestanten noch nicht verstanden. Die katholische Familiensynode in Rom sorge für Unmengen von Artikeln. Fast jede Äußerung zum Thema Homosexualität oder zur Gleichberechtigung der Geschlechter löse einen Hype aus. „Was die Protestanten dazu zu sagen haben, ist uns Journalisten hingegen egal. Denn ihnen fehlen jeder Glamour, jeglicher Charme und damit jegliche Relevanz“, findet Hein. Der Evangelischen Kirche fehle es an Ecken und Kanten. Zudem biedere sie sich häufig an. Die Katholische Kirche vergleicht Hein mit Hollywood: „Sie inszeniert die nicht besonders komplexe, dafür aber eingängige Geschichte Jesu pompös.“ Dazu gehörten gewaltige Kostüme ihrer Darsteller, beeindruckende Requisiten in Form von Kathedralen und viele Statisten, „die nicht mehr zu tun haben, als beim Urbi et Orbi den Mittelbalkon des Petersdoms anzustarren. Und am Ende wartet bei den Katholiken immer ein Happy End – Segen und Vergebung.“

Am Ende weiß keiner, worum es eigentlich geht

In der Evangelischen Kirche dagegen sei vieles praktisch und zweckmäßig und gleiche einem Kammerspiel. Es werde auf Rausch und Massen verzichtet, um nicht vom Kern der Botschaft abzulenken, „die dann auch noch wahnsinnig trostlos sein kann“. Obwohl dies beim Publikum nicht ankomme, mache die EKD aus ihrem Kammerspiel eine Art Rosamunde-Pilcher-Reihe. „Am Ende weiß keiner mehr, worum genau es eigentlich geht und warum man sich die nächste Folge dieser Serie anschauen soll.“ (pro)
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