Nach dem Mord an dem Lehrer Samuel Paty, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen zeigte, demonstrierten tausende Franzosen für Meinungsfreiheit

Nach dem Mord an dem Lehrer Samuel Paty, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen zeigte, demonstrierten tausende Franzosen für Meinungsfreiheit

Experten fordern konkrete Schritte gegen politischen Islam

Mehrere Wissenschaftler, Publizisten und Politiker haben in einem gemeinsamen Beitrag ein entschiedenes Vorgehen gegen islamistischen Extremismus gefordert. Der politische Islam sei eine ernsthafte Gefahr, heißt es in dem Text, der in der Tageszeitung die Welt erschien.

In einem gemeinsamen Aufruf in der Tageszeitung Die Welt haben mehrere Wissenschaftler, Politiker und Publizisten vor islamistischem Extremismus gewarnt. Der politische Islam sei zunehmend in der muslimischen Gemeinschaft in Europa verwurzelt, heißt es in dem Text. Zu den jüngsten Attentaten in Frankreich etwa gebe es in Sozialen Medien Sympathiebekundungen. Auch in Deutschland gebe es abgeschlossene muslimische Communities, Jugendliche ließen sich für die Ideen des politischen Islams begeistern. Jedoch schwiegen Politik, Medien und Kirchen weitestgehend zu dieser Problematik, Teile der Linken reagierten auf Islamkritik mit dem Vorwurf von Rassismus.

„Wo waren die Demonstrationen nach der Ermordung von Samuel Paty, nach dem ersten Anschlag in Nizza oder dem Abschlachten des katholischen Geistlichen in einer Kirche in Frankreich? Jene, die gegen Rassismus auf die Straße gehen, bleiben bei islamistischer Gewalt stumm, weil es als anstößig empfunden wird, die Täter und ihre Motive klar zu benennen“, heißt es weiter in dem Text. Die Kriminalstatistik zeige, „dass nicht jeder, der zu uns kommt, dies wegen unserer Werte tut“ oder dass „Männer, die als angeblich ‚Schutzsuchende‘ in unser Land gekommen sind, überproportional an schweren Gewalt- und Sexualdelikten beteiligt sind und nicht abgeschoben werden“. Schon ein Handschlag, der aus religiösen Gründen verweigert werde, könne ein Indiz für Extremismus sein.

Islam muss Satire ertragen

Es sei höchste Zeit, „den Problemen der Zuwanderungsgesellschaft offen ins Auge zu sehen“. Dabei dürfe man sich nicht von Vorwürfen der Islamfeindlichkeit einschüchtern lassen, schreiben die Autoren und betonen: Auch der Islam müsse in einer säkularen Gesellschaft Kritik und Satire aushalten. Die Verteidigung von Glaubens- und Meinungsfreiheit gehöre zu den Grundfesten der Verfassung.

Der Beitrag entstand im Arbeitskreis Islam des Deutschen Bundestages. Zu den Unterzeichnern gehören die Islamwissenschaftlerinnen Susanne Schröter von der Universität Frankfurt und Christine Schirrmacher von der Universität Bonn sowie Mouhanad Khorchide, Islamischer Theologe an der Universität Münster und Leiter des wissenschaftlichen Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam in Österreich. Auch die Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee Seyran Ates, der Psychologe Ahmad Mansour, die Soziologin Necla Kelek und weitere haben den Aufruf unterschrieben.

Als konkrete erste Schritte fordern sie unter anderem mehr Grundlagenforschung zum politischen Islam, etwa darüber, welche Erfahrungen Lehrer an Schulen damit gemacht haben, und die Einrichtung einer Dokumentationsstelle. Staatliche und politische Institutionen sollten ihre Vertragsbeziehung zu Organisationen des poitischen Islams beenden. Zudem fordern die Autoren, im Bundesinnenministerium einen Expertenkreis für dieses Thema einzurichten.

Von: Jonathan Steinert

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