Das Verteidigungsministerium strebt den Einsatz bewaffneter Drohnen (Symbolbild) an

Das Verteidigungsministerium strebt den Einsatz bewaffneter Drohnen (Symbolbild) an

Algorithmen dürfen nicht über Einsatz einer Waffe entscheiden

Menschen müssen über den Einsatz von Waffen entscheiden, nicht Maschinen. Diese Auffassung hat der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernhard Felmberg, in der Diskussion über den Einsatz von Drohnen bei der Bundeswehr vertreten.

In der Debatte um den möglichen Einsatz bewaffneter Drohnen bei Bundeswehreinsätzen dringt der neue Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernhard Felmberg, darauf, dass Menschen die letzte Entscheidungsinstanz bleiben. „Für mich ist wichtig, dass am Ende kein Algorithmus und keine Maschine darüber entscheiden darf, ob es zu einem Einsatz von Waffen kommt“, sagte der 55-Jährige dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Gebraucht würden Situationssensibilität und Empathie für eine Entscheidung. „Diese Entscheidung ist dem Menschen vorbehalten“, sagte der Theologe. Von vornherein aus ethischen Beweggründen ablehnen würde Felmberg die Drohnen-Technologie aber nicht: „Haben wir den Eindruck, dass es in den Jahrhunderten, in denen sich Menschen mit Waffen direkt gegenüberstanden, ethisch besser zuging?“, fragte er. Er habe da Zweifel. Die Diskussion müsse wegen der Breite an Argumenten aber international und national noch tiefgreifender geführt werden als bislang, ergänzte Felmberg.

Das Verteidigungsministerium strebt an, in Einsätzen bewaffnete Drohnen zu verwenden. Bislang kommen die unbemannten Flugkörper nur für Aufklärung zum Einsatz.

Felmberg hat am 1. Oktober das Amt des EKD-Militärbischofs angetreten. An diesem Donnerstag soll er mit einem Gottesdienst in Wittenberg offiziell eingeführt werden. Militärseelsorge biete die Chance für ein Best-Practice-Modell evangelischen Handelns, sagte der Theologe, der bis 2013 Bevollmächtigter der EKD in Berlin und danach Abteilungsleiter im Entwicklungsministerium war. Die Militärpfarrerinnen und -pfarrer seien eng zusammen mit Soldatinnen und Soldaten. Das gelte für Auslandseinsätze und besonders auf Schiffen der Marine, erklärte Felmberg.

Angesichts der Fälle von Rechtsextremismus in der Bundeswehr verwies Felmberg auf die Bedeutung des sogenannten lebenskundlichen Unterrichts, den die Militärgeistlichen in der Bundeswehr leisten. „Der Freiraum zur ethischen Diskussion muss genutzt werden, um deutlich zu machen, für welche Werte die Bundesrepublik Deutschland steht“, sagte er. Dort könne man als Kirche einwirken. Gerade wenn es um ethische Fragestellungen und Persönlichkeitsbildung gehe, seien Dienstvorgesetzte im Unterricht oft nicht die geeigneten Gesprächspartner. „Militärseelsorge kann hier einen wichtigen Freiraum außerhalb der militärischen Hierarchie bieten“, sagte Felmberg.

Von: epd

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