SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützt einen homöopathischen Kongress – und steht dafür in der Kritik

SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützt einen homöopathischen Kongress – und steht dafür in der Kritik

Schwesig unterstützt Kongress für Homöopathie

SPD-Politikerin Manuela Schwesig ist Schirmherrin eines Kongresses für Homöopathie. Dafür kritisieren sie Politiker-Kollegen und Ärzte.

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ist Schirmherrin des Deutschen Ärztekongresses für Homöopathie Ende Mai in Stralsund. In einem Grußwort erklärt sie: „Es ist sehr wichtig, zum Beispiel darüber zu forschen, wie im Säuglings- und Kleinkindalter alternative Methoden wie die Homöopathie in der Therapie wirksam eingesetzt werden können.“ Die Zahl der Homöopathen nehme stetig zu. „Das ist Ausdruck der zunehmenden Akzeptanz der Methodik der Homöopathie.“

Für ihre Unterstützung des Kongresses erntete die ehemalige Bundesfamilienministerin nun Protest. Schwesigs Vorgängerin im Amt der Familienministerin, Kristina Schröder, übte auf Twitter scharfe Kritik an der SPD-Politikerin: „Das ist eine bewusste Positionierung von @ManuelaSchwesig pro Homöopathie. Die Frage ist lediglich, ob aus Überzeugung oder weil sie es für populär hält“, schrieb sie bereits am Mittwoch. Sie selbst halte Homöopathie nicht nur für „Mumpitz“ sondern auch für „gefährlich“, hieß es in einem weiteren Tweet.

Der FDP-Generalsekretär in Mecklenburg-Vorpommern, David Wulff, erklärte laut der Tageszeitung Die Welt: „Eine Schirmherrschaft ist ein politisches Statement.“ Wenn Schwesig für den Homöopathie-Kongress stehe, erkläre das auch das homöopathische Wirtschaftswachstum des Landes.

„Gefährliche Heilversprechen“

Im aktuellen Spiegel warnt Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen: Bei der Homöopathie handle es sich „um bisher unbelegte, teilweise sogar gefährliche Heilsversprechen“. Die Medizinprofessorin und Homöopathiekritikerin Jutta Hübner erklärte, das Engagement Schwesigs sei „nicht klug“. Die Politik positioniere sich „leider sehr eindeutig pro Homöopathie, teilweise, weil sie das Thema nicht verstanden hat, und teilweise, weil sie dadurch auf Wählerzuspruch hofft“.

Die Welt zitierte Schwesig mit einem Erklärungsversuch: „Es ging uns nicht darum, uns mit der Schirmherrschaft in den Methodenstreit über die Homöopathie einzuschalten. (...) Die Frage, ob und wie Homöopathie sinnvoll eingesetzt werden kann, kann nur Gegenstand von Forschung und wissenschaftlichem Austausch sein.“

Unter Homöopathie versteht man eine alternativmedizinische Methode, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist. Ein Grundprinzip ist die sehr starke Verdünnung der medizinischen Grundsubstanz. Kritker sehen in ihr Überschneidungen mit Esoterik.

Von: Anna Lutz

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