Als EU-Spitzenkandidat der konservativen EVP-Fraktion hat Manfred Weber berechtigte Hoffnungen, EU-Komissionspräsident zu werden

Als EU-Spitzenkandidat der konservativen EVP-Fraktion hat Manfred Weber berechtigte Hoffnungen, EU-Komissionspräsident zu werden

Manfred Weber Spitzenkandidat der Konservativen

CSU-Europapolitiker Manfred Weber ist der Spitzenkandidat der konservativen EVP-Partei für die Europawahl 2019. Die 730 Delegierten wählten ihn mehrheitlich in diese Position. Damit ist der Christ ein potenzieller Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Manfred Weber führt die konservative EVP-Fraktion in die Europawahl 2019. 79 Prozent der 730 Delegierten entschieden sich für den Deutschen. Damit setzte er sich deutlich gegen seinen finnischen Konkurrenten Alexander Stubb durch. Die EVP schickt Weber damit auch in das Rennen um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Aktueller Amtsinhaber ist Jean-Claude Juncker.

Der 46-jährige Weber steht seit vier Jahren an der Spitze der Europäischen Volkspartei im Europaparlament. Falls die EVP nach der Europawahl die stärkste Fraktion bleibt, darf sich Weber berechtigte Hoffnungen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten machen. Dazu benötigt er dann auch noch die Unterstützung der EU-Staats- und Regierungschefs, die das Recht zur Nominierung des Kommissionschefs haben.

Die EU-Kommission kann Gesetze vorschlagen, Verträge aushandeln und die Einhaltung von EU-Recht überwachen. Das Amt gilt als das wichtigste in der Europäischen Union. In der Behörde sind 32.000 Menschen beschäftigt. Der bisher einzige deutsche Kommissionschef war Walter Hallstein in den Sechzigerjahren.

Anhänger des gemäßigten CSU-Flügels

Weber gehört zum gemäßigteren, europafreundlichen CSU-Flügel. Im Interview des Christlichen Medienmagazins pro betonte Weber, dass es ihm Mut mache, dass sich viele Menschen in Europa zum christlichen Glauben bekennen: „Für mich gibt es daher überhaupt keinen Zweifel, dass die Identität dieses Kontinents vor allem christlich ist.“ Wer das bestreite, betreibe „Realitätsverweigerung“.

Skeptisch war Weber gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei. „Neben der Grundrechtecharta ist auch die Geografie eine wichtige Frage, ob ein Land zur Europäischen Union gehören kann. Ansonsten würden wir Europa deutlich überdehnen“, sagte der CSU-Politiker. Niemand würde behaupten, die Kurdengebiete an der irakischen Grenze würden zu Europa gehören: „Konkret heißt das: Die Türkei kann kein Mitglied der Europäischen Union werden.“

Auf seiner eigenen Internetseite bezeichnet Weber Religion als hochmodern. Die Werte, die der christliche Glaube vermittele, seien in der technisierten und ökonomisierten Welt aktueller denn je. Religion empfindet er als etwas zutiefst Privates: „Die Frage, ob ich an Gott glaube, ob er mich in meinem Leben trägt, muss jeder für sich beantworten. Ich sage ja, andere nein.“ Die christlichen Werte hält er für feste Leitplanken politischen Handelns.

Weber hat nach dem Ingenieurstudium in München Karriere in der CSU gemacht. 2002 wurde er Mitglied des Bayerischen Landtags. 2004 wechselte er ins Europäische Parlament nach Brüssel. Zudem war er Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern. Weber gehört aktuell dem CSU-Präsidium an.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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