Journalisten und Politiker wollen, dass Asia Bibi in Deutschland Aufnahme findet

Journalisten und Politiker wollen, dass Asia Bibi in Deutschland Aufnahme findet

Deutschland soll Asia Bibi helfen

Die pakistanische Christin Asia Bibi soll Schutz in Deutschland finden. Das haben der Journalist Henryk M. Broder in der Zeitung Die Welt und die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag gefordert.

Nachdem der Fall um Asia Bibi in Pakistan erneut verhandelt werden soll, fordern Politiker und Journalisten, dass die Christin in Deutschland Schutz findet. Der menschenrechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Michael Brand, teilte am Dienstagmorgen mit, es müsse alles unternommen werden, um Freiheit und Sicherheit für Asia Bibi zu ermöglichen. „Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können", erklärte Brand weiter.

Bereits am Montag hatte der Journalist Henryk M. Broder in der Tageszeitung Die Welt gefordert: „Frau Merkel, retten Sie Asia Bibi!" Seiner Meinung nach sollte die Bundesregierung der pakistanischen Christin und ihrer Familie Asyl anbieten, selbst wenn das zu einer diplomatischen Krise mit dem islamischen Land führe. Weiter schreibt er: „Die Sache duldet keinen Aufschub. Es geht um Leben und Tod.“ Bibis Familie und sie selbst sollten sofort nach Deutschland ausgeflogen und hier an einem sicheren Ort untergebracht werden.

Beten für Bibi

Tagesspiegel-Redakteur Malte Lehming fordert Christen auf der ganzen Welt in einem weiteren Kommentar dazu auf, für Bibi zu beten. Außerdem wünscht er sich, dass westliche Regierungen den Druck auf Islamabad erhöhen. Auch muslimische Länder sollten sich zu Wort melden. Lehming schreibt: „Manchmal ist stille Diplomatie das Gebot der Stunde. Allzu laute Empörung kann den ohnehin oft geäußerten Verdacht nähren, Christen seien Agenten des Westens. Doch die Erfahrung lehrt, dass ab einem bestimmten Moment nur Publizität noch Hilfe verspricht. Dieser Moment ist jetzt.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, schrieb am Montag auf Facebook: „Was der pakistanischen Christin Asia Bibi gegenwärtig widerfährt, ist grauenhaft. Trotz ihres Freispruchs von dem unsinnigen Vorwurf der Gotteslästerung wird sie noch immer bedroht von religiösen Fanatikern. Ich bete für sie und hoffe, dass sie bald in Sicherheit ist….“

Öffentliche Zurückhaltung bei der Bundesregierung

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel, wollte sich auf Anfrage von pro am Montagabend nicht zum Thema äußern. Grübel verfolge die Lage in Pakistan genau und mit großer Sorge und Anteilnahme, hieß es stattdessen aus dem Entwicklungshilfeministerium, wo der Beauftragte seinen Sitz hat. Aus dem Außenministerium war am Dienstag zu hören, man erwarte von der pakistanischen Regierung, dass sie den universellen Menschenrechten und einem rechtsstaatlichen Verfahren Geltung verschaffe. Das habe das Ministerium auch in direkten Gesprächen deutlich gemacht.

Bibi war vor neun Jahren in Pakistan inhaftiert worden, weil sie den muslimischen Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Jüngst hob der Oberste Gerichtshof in Pakistan ein gegen sie erlassenes Todeurteil auf. Wegen ihrer anstehenden Freilassung protestierten Islamisten tagelang auf den Straßen des Landes. Die Regierung gab daraufhin nach und ließ eine Revision des Freispruches zu. Zudem soll Bibi am Verlassen des Landes gehindert werden. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort ist offenbar nicht bekannt. Nach Informationen verschiedener Nachrichtenagenturen hat Bibis Familie Italiens Regierung um Hilfe für eine Ausreise und um Asyl gebeten. Aus Angst um ihr Leben halte sich die Familie derzeit versteckt, teilte die Organisation „Kirche in Not“ in Italien nach einem Telefonat mit Bibis Ehemann mit.

Von: Anna Lutz

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