Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, sieht einige Rechte von Flüchtlingen in Deutschland als gefährdet an

Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, sieht einige Rechte von Flüchtlingen in Deutschland als gefährdet an

Deutschland missachtet Rechte von Flüchtlingen

In Flüchtlingsunterkünften werden die Rechte von Flüchtlingen oft nicht gewahrt. Das hat das Deutsche Institut für Menschenrechte am Mittwoch in Berlin kritisiert. Es mangelt demnach an medizinischer Versorgung, Privatsphäre und dem Recht auf Familienleben.

Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, erklärte am Mittwoch vor der Bundespressekonferenz: „Auch hierzulande erleben wir, dass die Menschenrechte in Frage gestellt werden.“ Betroffen seien vor allem Geflüchtete mit körperlichen wie psychischen Behinderungen. Die Einschränkungen würden bei der Registrierung oft nicht identifiziert und seien deshalb nicht bekannt. Es mangele an barrierefreien Unterkünften. Weil Flüchtlinge nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung hätten, litten Erkrankte zum Teil unter Folgeschäden. Wenn etwa bei Kleinkindern mit Behinderungen keine Fördermaßnahmen bereitgestellt würden, könnten sie lebenslange Schädigungen davontragen. Von der Politik forderte Rudolf deshalb, eine bessere Versorgung zu gewährleisten. Es sei „dringend notwendig, dass der Bund handelt“.

Mangelhaft sei auch die Wahrung der Menschenrechte auf Privatsphäre und Familienleben. In oft stark besetzten Flüchtlingsunterkünften sei nur schwer Ruhe zu finden. Das Institut berichtete auch davon, dass Mütter in Flüchtlingsheimen daran gehindert worden seien, in den Zimmern ihrer minderjährigen Kinder zu übernachten. Außerdem gebe es Berichte darüber, dass Bewohner schon bei geringen Verstößen Hausverbote erhielten und so zur Obdachlosigkeit gezwungen würden.

Rudolf zeigte sich besorgt darüber, dass der Familiennachzug für Geflüchtete nach wie vor ausgesetzt sei. Das Familienleben von Flüchtlingen dürfe nicht zum Spielball der Politik werden, erklärte sie und erinnerte daran: „Der Familiennachzug ist ein Menschenrecht.“

Von: Anna Lutz

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 900 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus