Der Grünen-Politiker Volker Beck ist Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität in Bochum

Der Grünen-Politiker Volker Beck ist Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität in Bochum

Staat soll Glaubensgemeinschaften zur Entfaltung verhelfen

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat sich für eine durchdachte Religionspolitik ausgesprochen. Staat und Religionsgemeinschaften sollen zusammenarbeiten.

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat sich für eine Kooperation des Staates mit den Religionsgemeinschaften ausgesprochen. Der frühere Bundestagsabgeordnete befürwortet in einem Welt-Interview vom Samstag eine „Politik der ausgestreckten Hand" des Staates gegenüber den Religionsgemeinschaften. Dadurch werde „Bürgern jeder Konfession die Beheimatung in unserem Land erleichtert", erklärte Beck in dem Gespräch. Im Gegensatz zum laizistisch geprägten Frankreich sei in Deutschland das Verhältnis von Staat und Religion auf Zusammenarbeit angelegt. Der neutrale Staat reiche dazu allen Glaubensgemeinschaften die Hand, und verhelfe diesen so zu positiver Entfaltung. Beck nannte in dem Zusammenhang den Religionsunterricht, die Theologenausbildung an Universitäten und die Möglichkeit der Seelsorge durch die Religionsgemeinschaften in Gefängnissen und in der Bundeswehr.

Staat benötigt brauchbare Partner

Die Kooperation von Religion und Staat nutze allen Seiten, erklärte der Grünen-Politiker. Allerdings benötige der Staat zur Zusammenarbeit geeignete Partner auf Seiten der Religionsgemeinschaften. Dies sei bislang nur bei den christlichen Kirchen und der jüdischen Kultusgemeinde der Fall – nicht so bei den Muslimen in Deutschland. Der Zentralrat der Muslime und der Islamrat erfüllen nach Becks Auffassung „nicht die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen einer Religionsgemeinschaft". Bei muslimischen Verbänden erkennt Beck zudem „vielfältige Abhängigkeitsverhältnisse" zum Ausland.

In dem Interview sprach sich Beck auch für Religionsfreiheit aus. „Der Sinn von Religionspolitik ist Religionsfreiheit", sagte der Grünen-Politiker. Das bedeute die Freiheit in religiösen Fragen, nicht die Freiheit von Religion. Der frühere Grünen-Abgeordnete hat nach dem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag zum Wintersemester 2017/2018 einen Lehrauftrag am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität in Bochum angenommen.

Von: Norbert Schäfer

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