Justizminister Heiko Maas (SPD) hat Kinderehen eine Absage erteilt

Justizminister Heiko Maas (SPD) hat Kinderehen eine Absage erteilt

Justizminister Maas: „Kinder gehören nicht an den Traualtar"

Kinderehen sollen in Zukunft verboten sein. In Berlin haben sich die Regierungsparteien auf einen bislang umstrittenen Gesetzentwurf verständigt, der vorsieht, Ehen von Personen unter 16 Jahren für nichtig zu erklären.

Nach langem Ringen hat sich die große Koalition aus CDU/CSU und SPD zu einem Gesetz durchgerungen, mit dem Kinderehen verboten werden sollen. Nach Informationen der Welt vom Dienstag haben sich die Koalitionspartner darauf verständigt, den bislang umstrittenen Gesetzesentwurf von Justizminister Heiko Maas (SPD) umzusetzen. Auf Facebook teilte der Justizminister am Mittwoch ein Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Darin hatte der Minister erklärt: „Kinder gehören nicht an den Traualtar."

Der Entwurf sieht nach Angaben der Welt vor, dass Ehen von Gatten, die jünger als 16 Jahre sind, „nichtig" sein sollen. Entscheidend dafür soll nach Angaben der Zeitung der Zeitpunkt der Heirat sein. Dies gelte auch für Ehen, die bereits im Ausland geschlossen worden seien.

So viele Jugendliche sind betroffen

Noch seien nicht alle Differenzen ausgeräumt, schreibt die Zeitung. Das Justizministerium vertrete die Auffassung, bei Auslandskinderehen von 16- bis 18-Jährigen Ausnahmen in Härtefällen zuzulassen. Die Unionsparteien möchten, dass Jugendämter die Aufhebung solcher Ehen bei Familiengerichten beantragen müssen.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch hatte sich auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), gegen ein totales Verbot ausgesprochen. Özoğuz argumentiert, dass betroffene Mädchen und Frauen Unterhalts- und Erbansprüche verlören, sollten sie als nicht rechtmäßig verheiratet gelten. Die Süddeutsche gibt an, dass es 2016 in Deutschland 1.475 verheiratete Jugendliche gegeben hat, von denen 361 jünger als 14 Jahre waren. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen des Bundesinnenministeriums. Das neue Gesetz sieht nach Medienberichten auch vor, prinzipiell die Ehemündigkeit auf 18 Jahre anzuheben. (pro)

Von: nob

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 900 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige