Christine Lieberknecht will Regierungschefin in Thüringen bleiben – im Landtag hat sie eine knappe Mehrheit, Rot-Rot-Grün aber auch
Christine Lieberknecht will Regierungschefin in Thüringen bleiben – im Landtag hat sie eine knappe Mehrheit, Rot-Rot-Grün aber auch

Lieberknecht: Bibelverse gegen die AfD

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat für den Ausgang der Wahl gebetet. Im pro-Gespräch verrät sie außerdem, welcher Bibelvers ihr gegen die Alternative für Deutschland hilft. Die Fragen stellte Moritz Breckner

pro: Frau Lieberknecht, haben Sie für den Wahlausgang gebetet?

Christine Lieberknecht: Ich habe gebetet, dass Gott die Bürger Thüringens die richtige Entscheidung treffen lässt. Denn es lag in der Hand der Bürger, und es lag in Gottes Hand. Die heutige Tageslosung passt zum Wahlergebnis: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein“.

Warum sollte Bodo Ramelow, der Kandidat der Linkspartei, aus Ihrer Sicht nicht Ministerpräsident werden?

Thüringen braucht Stabilität und Verlässlichkeit, und das ist am ehesten gegeben, wenn CDU und SPD ihre bereits in den vergangenen Jahren erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Eine instabile Dreier-Konstellation aus Linkspartei, SPD und Grünen beinhaltet viele Risiken. Die CDU ist die stärkste Partei, wir haben den Regierungsauftrag.

Sie sind Christin, auch Bodo Ramelow ist Christ – kommen Sie beide gut miteinander klar?

Für mich ist die Wertschätzung meines Gegenübers aus meinem Innersten und meinem christlichen Glauben gegründet. Das ändert aber nichts daran, in Sachfragen, bei denen es darum geht, um die beste Lösung zu ringen, streitbar und hart zu sein. Natürlich mit Anstand! Wir beide haben einen guten, vernünftigen und konstruktiven Umgang miteinander als Menschen, entscheidend sind aber die Inhalte der Parteien, und da geht mit der Linkspartei gar nichts.

Warum haben Sie eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen? Dort sind viele ehemalige CDU-Mitglieder engagiert, und die Inhalte sind oftmals deckungsgleich mit denen der Union vor 15 Jahren.

Die AfD hat mit populistischen Parolen Wahlkampf gemacht und hat damit von allen Parteien Zulauf erfahren. Es geht aber um die Lösung von Problemen. Die AfD ist eine Oppositionspartei und sie wird nun Oppositionsfraktion. Und dann werden wir uns inhaltlich auseinandersetzen.

Aber auch die CDU hat Mitglieder und Wähler an die AfD verloren. Hat die CDU keine Fehler gemacht?

Das Wahlergebnis zeigt doch: Die CDU hat zugelegt. Da kann man doch nicht sagen, dass die AfD einseitig ein Problem der CDU ist. Da müssen sich andere Parteien noch viel stärker fragen. Ich bin übrigens im Wahlkampf oft gefragt worden, ob ich vor der AfD zittere. Da habe ich immer den Monatsspruch aus 1. Chronik 22 zitiert: „Sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken.“ Damit kann man doch gut leben, oder?

Welche Worte geben Sie der FDP mit auf den Weg in den Sonnenuntergang?

Die FDP hat eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland gespielt und war über 60 Jahre im Bundestag vertreten. Es ist schon eine Zäsur, dass sie aus immer mehr Parlamenten ausscheidet. Jede Partei hat offensichtlich ihre Zeit, und die Zeit der FDP scheint für den Moment jedenfalls überschritten zu sein.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Von: mb

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