Eine Umfrage ergab: jeder fünfte US-Bürger glaubt, Obama sei Moslem

Immer mehr US-Bürger halten Obama für einen Moslem

Die Frage, welcher Religion Barack Obama angehört, beschäftigt die Öffentlichkeit schon seit dem Wahlkampf vor zwei Jahren. Nun zeigen zwei Umfragen: Mehr als jeder fünfte Amerikaner glaubt, dass ihr Präsident ein Moslem ist und nicht Christ, wie er selbst sagt.

Immer mehr US-Bürger sind davon überzeugt, dass Obama in Wirklichkeit Moslem ist, auch wenn er sich selbst als Christ bezeichnet. Das ergab eine Umfrage des "Pew Research Centers". Dabei hat Obama selbst mehrmals gesagt, er sei gläubige Christ. Das nehmen ihm mittlerweile nur noch 34 Prozent der Umfrageteilnehmer ab – fast halb so viele wie zur Zeit seines Amtsantritts. 18 Prozent glauben eher, dass er Moslem ist. Vor einem Jahr waren es nur elf Prozent.

Das "Pew"-Institut hatte laut der "Washington Post" 3.003 US-Amerikaner befragt. Bereits im Oktober 2008 wollten die Forscher die Meinung der Bürger zu Obamas Glauben wissen. Damals glaubten noch 51 Prozent, dass Obama Christ ist. Bei der jüngsten Befragung gaben 43 Prozent an, unsicher über den Glauben ihres Präsidenten zu sein.

In einer anderen Meinungserhebung erklären sogar 24 Prozent, Obama sei Muslim. 47 Prozent halten ihn für einen Christen und 24 Prozent zeigten sich unwissend oder antworteten nicht. Die Umfrage vom "Time"-Magazin und des Marktforschungsunternehmens "Abt SRBI" wurde am Montag und Dienstag vorgenommen.

Das Weiße Haus bemühte sich nun klarzustellen, dass Obama ein "ergebener Christ" sei. Sein Glaube sei "ein wichtiger Teil seines Lebens". "Er betet jeden Tag, und er hat einen kleinen Kreis von christlichen Pastoren um sich, die ihm geistlichen Rat geben", heißt es in einer Erklärung des Weißen Hauses vom Donnerstag laut einem Bericht des christlichen Fernsehsenders CBN ("Christian Broadcasting Network"). "Der christliche Glaube ist ein Teil seiner selbst, aber kein Teil von dem, worauf sich die Öffentlichkeit und die Medien jeden Tag konzentrieren", heißt es weiter. "Der feste christliche Glaube des Präsidenten ist etwas, was ihn durch seine Herausforderungen leitet, aber nichts, was auf seinem Ärmel aufgedruckt steht."

Die Webseite von CBN erinnert, Obama erhalte täglich Andachten auf seinem Blackberry, habe beim Nationalen Gebetsfrühstück über seinen Glauben gesprochen, bereits zweimal die Erklärungen beim Nationalen Tag des Gebetes unterzeichnet und erstmals im Weißen Haus zu Ostern einen Empfang für Pastoren veranstaltet. Damals habe Obama gesagt: "Als Christen glauben wir, dass Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus erlangt werden kann."

Zweifel schon im Wahlkampf


Vermutungen darüber, dass Obama Moslem sein könne, traten bereits im Wahlkampf auf. "CBN News" befragte Obama damals dazu, und der antwortete: "Die Menschen müssen verstehen, dass ich ich da ganz eindeutig bin. Ich gehörte niemals dem muslimischen Glauben an."

Woher stammen also die Unsicherheiten in der Bevölkerung? Schon früh legten Gegner des damaligen Präsidentschaftskandidaten Wert darauf, den zweiten Namen "Hussein" zu nennen. Der amerikanische Autor und Direktor des "Middle East Forums",  Daniel Pipe, wies darauf hin, dass Muslime nicht die Praktizierung des Glaubens als wichtig ansehen, sondern die Abstammung von einer muslimischen Familie. Dies werde durch den Vornamen "Hussein" bezeugt. Obama wuchs bei seiner nichtgläubigen Mutter auf, die jedoch tolerant gegenüber allen Religionen war. Sein leiblicher Vater stammte aus einer muslimischen Familie, war aber überzeugter Atheist. Später heiratete seine Mutter erneut, diesmal einen  strenggläubigen Muslim aus Indonesien. Er nahm den jungen Barack regelmäßig mit in die Moschee. Später allerdings wandte sich Obama der "Schwarzen Kirche" zu. Er schloss sich der Gemeinde "Trinity United Church of Christ" an und ließ sich taufen. Obama schrieb später: "Ich habe meinen Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, bekannt, der für meine Sünden gestorben und auferstanden ist. Doch ich glaube nicht, dass das Christentum der einzige Weg zu Gott ist."

Wie kaum ein anderer Präsident vor ihm hat Obama stets betont, dass er sich besonders für den Dialog mit den Muslimen weltweit stark machen wolle. In seiner Rede in der Universität Kairo im Juni 2009 sprach er, wie sonst auch, vom "heiligen Koran". Er zitierte daraus, praktisch akzentfrei. Beobachter merkten an, dass Obama ohne Zugabe Mose und Jesus erwähnte, aber beim Propheten Mohammed ein "Friede sei mit ihm" hinzufügte, wie bei Muslimen üblich. Weiter sorgte wahrscheinlich für einiges Misstrauen, dass Obama sein erstes offizielles Interview nach seinem Amtsantritt dem arabischen Sender "Al-Arabyia" gab.

Erst vor kurzem sorgte Obama bei manchen Bürgern für Empörung, als er sich indirekt für den Bau einer Moschee nahe am "Ground Zero" in New York aussprach und dabei erneut den Koran zitierte. Die "Pew"-Umfrage wurde noch vor diesen Äußerungen gemacht. Einen Einfluss auf die öffentliche Meinung könnte auch die Tatsache haben, dass Obama Beobachtern zufolge bislang wenig in Kirchen oder Gottesdiensten gesehen wurde.

Auf der christlichen Internet-Plattform "Tangle" wurden Videos hochgeladen, die zeigen sollen, dass Obama ebenso wie den christlichen auch den muslimischen Glauben propagiert. Er könne Moslems verstehen, sagt Obama da in einem Tonmittschnitt. "Denn ich bin einer von ihnen." Sein Vater entstamme einer Familie, die seit vielen Generationen muslimisch gewesen sei, sagt Obama weiter. "Als Junge habe ich einige Jahre in Indonesien gelebt und den Ruf des Azan (muslimischen Gebetsruf, d.A.) jeden Morgen gehört."

Für Aufsehen sorgte auch die Verbeugung vor König Abdulla von Saudi-Arabien im Juni 2009. Die fiel weitaus tiefer aus als bei politischen Empfängen üblich, mokierten Kritiker. Das sei mehr als eine politische Geste, sondern ein Signal, nämlich dass sich der Präsident der USA dem Islam unterstelle. Zwei Monate zuvor hatte Obama unter Christen Misstrauen geschürt, als er bei einem Besuch in der Türkei bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten Abdulla Gül über die USA sagte: "Wir haben eine große christliche Bevölkerung, aber wir sehen uns nicht selbst als christliche Nation oder als jüdische oder muslimische. Wir sehen uns als Nation von Bürgern, die sich an gemeinsame Ideale und Werte halten."

Christen betonen: "Obama ist Christ"

Inzwischen haben sich auch bekannte Christen in den USA zu Wort gemeldet und betont, dass sie Obama für einen Christen halten. "Diejenigen von uns, die Zeit mit ihm verbracht haben und einen Teil seines geistlichen Lebens beeinflusst haben, bezeugen mit Sicherheit, dass er gläubiger Christ ist", sagte Joel Hunter, Pastor einer "Mega-Church" namens "Northland" in Florida. Das berichtet die Zeitung "McClatchy".

Der Evangelist Franklin Graham, Sohn von Billy Graham, vermutet, dass Obamas familiärer Hintergrund Skepsis unter den Amerikanern weckt: "Ich glaube, das Problem des Präsidenten ist, dass er als Moslem geboren wurde. Sein Vater war Moslem", sagte Graham gegenüber dem Fernsehsender CNN. Für ihn sei es jedoch "offensichtlich", dass Obama den Islam verlassen und den Glauben an Jesus Christus angenommen habe. "Das ist, was er sagt, was er getan habe. Ich kann nicht sagen, dass er es nicht getan hat. Also kann ich nur glauben, dass der Präsident das ist, was er sagt." (pro)

Von: js

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