CDU-Politikerin: "Aktives Christsein für christliche Wertepolitik"

"Christliche Werte in der Politik gibt es nicht ohne gläubige Christen." Das schreibt Christine Lieberknecht, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, im Magazin "Evangelische Verantwortung". Deshalb höre sie nicht auf, "immer und immer wieder auch zum aktiven Christsein zu ermutigen".

"Der äußere Rahmen einer guten Ordnung und der innere Mensch mit seinen Haltungen und Einstellungen zum Leben gehören zusammen." Ohne gläubige Christen, keine christlichen Werte in der Politik. Zu diesem Fazit kommt Christine Lieberknecht in einem Beitrag im Magazin des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK). Die CDU-Politikerin und Theologin ist Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und stellvertretende EAK-Bundesvorsitzende.

Ausgangspunkt für ihre Überlegungen ist das christliche Menschenbild. Der Mensch als Geschöpf Gottes "besitzt eine Würde und Unantastbarkeit, die ihm nicht erst von der Gesellschaft zuerkannt werden muss, sondern nur anerkannt werden kann". Er sei auf seinen Schöpfer angelegt, von ihm abhängig, doch zugleich frei in seinen Entscheidungen. Von der Perspektive dieses Menschenbildes ausgehend fragt Lieberknecht, was eine gute Ordnung eigentlich ausmacht. "Denn auf was sonst sollte das Wirken von Christen in politischer Verantwortung zielen?" Sie zeigt aber auch die Grenzen dieser Ordnung auf. "Denn jeder Versuch, das Heil sozusagen mit menschlichen Mitteln auf die Erde zu zwingen, endet in blutigen Diktaturen", so die Politikerin.

Lieberknecht: "Autonomie des Staates vor Islam schützen"

Lieberknecht geht dabei auch auf die Herausforderung ein, vor der Deutschland in Zukunft stehen werde, nämlich das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft zu gestalten. Recht und Frieden werde der Staat nur wahren können, "wenn er seine Entscheidungsautonomie gegen verschiedene religiöse Einreden behauptet". So betrachtet die Politikerin und Theologin es als große Errungenschaft des Abendlandes, dass Christen dem Staat diese Autonomie zubilligen. Hingegen sei der weltanschaulich neutrale Staat für einen gläubigen Muslim kaum vorstellbar, so Liebermann.

"Auch der Staat ist selbstverständlich Allahs und unterliegt den Regeln des Korans", beschreibt sie die muslimische Sicht. Daraus ergebe sich, dass die Politik viel enger mit theologischen Fragen verknüpft würde. Vor diesen religiösen Ansprüchen müsse der weltanschaulich neutrale Staat zukünftig geschützt werden, um seine Aufgaben zu erfüllen. Lieberknecht fügt hinzu: "Das werden wir übrigens nach meiner Meinung nur schaffen, wenn wir unseren muslimischen Gesprächspartnern deutlich machen, warum wir aus guten religiösen Gründen ein anderes Bild vom Staat haben."

Diesen Herausforderungen könne man nicht allein mit "Sozialtechnik" begegnen, so Lieberknecht. "Die Antwort darauf ist in letzter Konsequenz ein lebendiger christlicher Glaube. Der nicht als Privatangelegenheit im stillen Winkel gelebt, sondern als Aufforderung zur Weltgestaltung verstanden wird. Wenn das Christentum in Europa verdunstet, dann wird dieses Europa ein anderes werden."

Von: ck

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