Eklat bei Islamkonferenz: Muslime nehmen Beschlüsse zurück

B e r l i n (PRO) - Vertreter der Islamkonferenz, die in der vergangenen Woche in Berlin stattfand, haben in ihren Arbeitsgruppen zuvor gefasste Beschlüsse zu wichtigen Passagen in Erklärungen zurückgezogen. Diesen Eklat deckt die Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler in einem Interview in der heutigen Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ auf. An der Islamkonferenz nahm zudem der radikale Islamist Ibrahim El Zayat teil - was die Abgeordnete scharf kritisiert.

Kristina Köhler, die beim Innenausschuss der Bundesregierung für Islam, Integration und Extremismus zuständig ist, sagte der „F.A.Z.“, der „Koordinierungsrat der Muslime“ habe zunächst den Erklärungen der Arbeitsgruppen zugestimmt. „Inzwischen hat er allerdings seine Zustimmung zu einigen Punkten wieder zurückgezogen: zum Beispiel die Passage zum Thema Wertekonsens, die besagt, dass die hier lebenden Muslime sich auf die demokratisch-freiheitliche Ordnung verpflichten müssen. Zurückgezogen wurde auch die Zustimmung zur Passage, die den Islamismus als Gefahr bezeichnet.“

Nach Einschätzung Köhlers habe die Islamkonferenz damit „einen wichtigen Erfolg“ verzeichnet: „Sie hat neue Klarheit über die Positionen des Koordinierungrates und seiner Verbände gebracht. Darüber bin ich sehr froh. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass der Koordinierungsrat nur eine Minderheit der Muslime vertritt, die jedoch sehr wirkungsmächtig ist. Die Mehrheit der Muslime hat nichts mit den Interessen der Verbände gemein.“

„Axel Ayyub Köhler hat den Islamisten El Zayat mitgebracht“

Scharfe Kritik übte die Bundestagsabgeordnete an dem Vorsitzenden des "Zentralrats der Muslime", dem deutschstämmigen Konvertiten Axel Ayyub Köhler, der den Islamisten Ibrahim El Zayat zur Islamkonferenz mitgebracht hatte. „Ibrahim El Zayat war nie Teilnehmer der Islamkonferenz und wird das auch nicht werden. Er ist der Präsident der ‚Islamischen Gemeinschaft in Deutschland‘, der IGD. Laut des nordrhein-westfälischen Innenministeriums reichen die Verbindungen der Organisation in den Bereich von islamisch-extremistischen Gruppierungen sowie zu einer islamischen Hilfsorganisation, die im Verdacht steht, heimlich den islamistischen Terrorismus zu unterstützen. Die IGD soll die mitgliedsstärkste Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft in Deutschland sein, die Muslimbruderschaft ist die Mutterorganisation der palästinensischen Hamas“, so Kristina Köhler.

Der Vorsitzende des "Zentralrats der Muslime", Axel Ayyub Köhler, habe El Zayat mitgebracht und damit für heftige Diskussionen gesorgt. „Die Naivität, mit der Köhler später auf die Aufregung reagierte, kaufe ich ihm allerdings nicht ab - viele halten Köhler sogar für eine Marionette der Muslimbruderschaft“, so die Bundestagsabgeordnete. Ayyub Köhler habe ihrer Ansicht nach bewusst provoziert: „Es geht um Breitenwirkung: Sein Erscheinen bei der Bundesregierung hat El Zayat in den Augen vieler radikalen Muslime sicherlich geadelt. Ohne Zweifel waren die säkularen Vertreter dagegen alles andere als erfreut. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich hintergangen fühlten.“

„Islamisten verbergen in der Öffentlichkeit ihre radikalen Ansichten“

Sorge äußerte Kristina Köhler auch über die Strategie, mit der Islamisten in der Öffentlichkeit agieren. Auf die Frage, ob Islamisten hierzulande „im Schafspelz“ auftreten, sagte Köhler: „Früher hatte der Habitus der Verbandsfunktionäre oft etwas sehr Unbeholfenes an sich. Inzwischen haben wir es mit Medienprofis zu tun, die in der Öffentlichkeit ihre radikalen Ansichten geschickt verbergen. Das Gleiche gilt für die Publikationen dieser Verbände. Die deutschen Versionen klingen in der Regel harmlos. Der Ton der arabisch- oder türkischsprachigen Version ist dagegen oftmals radikal.“

Von: AD

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