Bischöfe: Medien die größte Kraft bei Wertebildung

B e r l i n (KEP) - Die Medien haben den größten Einfluss auf die Bildung von Werten in der Gesellschaft. Diese Meinung vertreten laut einer Studie der Universität Heidelberg die meisten Geistlichen der beiden großen Kirchen im Land. Gleich danach folgt nach Ansicht der Kirchenvertreter die Politik mit einem fast ebenso großen Einfluss auf die Wertebildung.

Die Forschungsgruppe der Fachrichtung "Politische Soziologie" hat in diesem Jahr eine repräsentative Umfrage unter protestantischen und katholischen Bischöfen und Landesbischöfen in Deutschland durchgeführt. Das Magazin "Cicero" berichtete davon unter dem Titel: "Selbst Bischöfe ordnen sich den Medien unter".

Die Studie zeigte, dass die Ansichten darüber, wer an der Wertebildung im Land mitwirkt, zwischen Protestanten und Katholiken auseinanderdriften. Während die evangelischen Geistlichen neben den Medien die Politik als einflussreichste Gruppe sahen, stehen die Medien bei den Katholiken unangefochten auf dem ersten Platz, schreibt "Cicero". Bei den Protestanten folgte auf Rang 2 die Wirtschaft. Ihren eigenen Einfluss sahen die Protestanten erst an dritter Stelle - gemeinsam mit den Führern aus Wissenschaft und Sport.

Auf katholischer Seite folgte auf die Medien die Wirtschaft. Erst an dritter Stelle teilte sich die Politik den Platz mit den Eliten aus Kultur und Wissenschaft. Rang 4 erreichte die Kirche selbst, gefolgt von der Gerichtsbarkeit und der Verwaltungselite.

Befragt nach der eigenen Einflussnahme auf Führungsgruppen in Medien und Wirtschaft, sagten 85 Prozent der Protestanten, es sei bedeutend, den Dialog mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zu führen. Bei den Katholiken waren es nur 69 Prozent.

Die Politik beeinflussen könne die Kirche "stärker" bis "sehr stark", meinten 39 Prozent der evangelischen Bischöfe. 61 Prozent glaubten, ihr Einfluss auf die Politik sei lediglich "mäßig".

Von den Katholiken gingen sogar nur elf Prozent davon aus, dass ihr Einfluss in diesem Bereich "stärker" sei. Als "gering" sahen ihn 37 Prozent und als "mäßig" 51 Prozent.

Einig sind sich die Vertreter der beiden Kirchen hingegen bei der Frage, inwiefern sie selbst zur Elite des Landes gehören: 64 Prozent (evangelisch) beziehungsweise 63 Prozent (katholisch) sahen sich aufgrund ihrer Funktion als zur Elite zugehörig.

Von: Schumacher

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus