Ohne Gott geht es nicht – das gilt auch für die Politik

Warum wir ohne Gott in Politik und Gesellschaft nicht weiterkommen, warum das immer mehr Politiker erkannt haben und - oft überhört – auch aussprechen.

von Wolfgang Baake

Bundespräsident Horst Köhler begrüßt Papst Benedikt XVI. nach seiner Ankunft in Köln. Auf dem Weltjugendtag waren Hunderttausende Menschen versammelt, alle wollten den Papst sehen und hören. Die Medien überschlugen sich mit Berichten – über die große "Party", die "Begeisterung der Jugendlichen", den offenbar weit verbreiteten Glauben in Deutschland. Darüber spricht auch Köhler in seiner Begrüßungsansprache. Der Bundespräsident nennt Deutschland ein Land, "in dem die christlichen Kirchen eine lebendige Rolle spielen". Die Kirchen vermittelten den Jugendlichen Werte und Orientierung: "Gerade in der kirchlichen Jugendarbeit erleben junge Menschen Werte und üben verantwortliches Verhalten ein, das für die ganze Gesellschaft lebenswichtig ist. Orientierung, nach der heute so viel gerufen wird, kann nur von Orientierten kommen. Ich habe den Eindruck, dass in der Jugendarbeit der Kirchen hier sehr viel Gutes, ja Unverzichtbares geschieht."

Kein Christentum, keine Zukunft

Das sind Sätze, die im Trubel eines Weltjugendtages drohen unterzugehen. Die zwar von allen Fernsehsendern übertragen wurden, aber die kaum ein Moderator hervorhebt, geschweige denn kommentieren kann. Wer als Politiker - zumal als ranghöchster Repräsentant des Staates - Kirchen, das Christentum als "unverzichtbar" für unsere Gesellschaft bezeichnet, beweist Mut und Geradlinigkeit. Ebenso deutlich äußerte sich der frühere Bundesverfassungsrichter und Finanzexperte Paul Kirchhof in einem Beitrag in der Tageszeitung "Die Welt": "Das Christentum ist der Humus der freiheitlichen Verfassung", so Kirchhof. Und weiter: "Ein Europa ohne Christentum wäre ein Europa ohne Zukunft."
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Diese Positionen eindeutigen und unmissverständlichen Positionen findet man selten in den Medien und der Politik. Gerade in der Zeit des Wahlkampfes war viel die Rede von Werten und Moral, von Christentum und Orientierung. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder kam nicht darum herum, Stellung zu nehmen: "Mir war immer klar, dass das Christentum wesentlich für Identität und Zusammenhalt in der Gesellschaft sorgt", wird Schröder von der Katholischen Nachrichten-Agentur zitiert. Doch es geht mehr als um bloße Identität, es geht auch darum, dass Christen angesichts der Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, engagiert mitdenken und mitreden.

Es geht nicht um Vorherrschaft

Doch kaum wird vermehrt über den unverzichtbaren, für die Zukunft entscheidenden christlichen Glauben und biblische Werte gesprochen, treten auch die Kritiker auf den Plan, die das Streben der Christen nach einer "Vorherrschaft zuerst über Kultur und Gesellschaft und dann über den ganzen Staat" ausgemacht haben wollen. So schreibt es der Politikwissenschaftler Thomas Meyer in dem Magazin "Cicero". Weiter meint er eine "allmähliche Rückeroberung des öffentlichen Raums durch die Repräsentanten des organisierten Christentums, ...(einen) fundamentalistischen Griff nach der Macht" auszumachen. Für den Wissenschaftler gibt es keinen Grundkonsens in unserer Gesellschaft mehr, der christliche Werte wichtig sind. Von weit verbreitetem Glauben will er nichts wissen, im Gegenteil. Es sei unbestreitbar, "dass die zunehmende Präsenz religiöser Symbole und Ereignisse im Fernsehen ... ihrem unvergleichlichen medialen Unterhaltungswert und nicht ihrem spirituellen Tiefgang zu verdanken ist".

Christentum und Staat gehören zusammen

Zwar mag an dieser Beobachtung einiges richtig sein, doch sind die Unterstellungen falsch, wonach Christen eine Vorherrschaft anstreben. Die meisten Menschen in Deutschland sind Staatsbürger und Kirchenmitglieder zugleich, viele sind praktizierende und überzeugte Christen. Staat und Christentum sind Nachbarn, die in gegenseitigem Respekt zusammen wirken. Christen haben den klaren Auftrag, für den Staat zu beten, sich für das Land einzusetzen. Viele engagieren sich daher für die Entwicklung unseres Landes, setzen sich für die Förderung von Werten in unserer Gesellschaft ein. Christen kommen so dem Auftrag nach: "Suchet der Stadt Bestes!" Sie wollen dem Staat nicht schaden, rufen nicht zu Hass und Gewalt auf – wie das andere Religionsvertreter tun -, sondern streben nach Frieden, Gerechtigkeit und der Achtung der Menschenwürde. Dass Christen dieses Ziel haben, macht sie zu einer Elite, zu qualifizierten Personen, die die Gesellschaft aufgrund ihres Glaubens positiv verändern können. Das haben auch immer mehr Politiker erkannt, die sich deutlicher als jemals zuvor zum Christentum bekennen. Christen müssen die Chance nutzen, das beizutragen, was Deutschland jetzt braucht: den Glauben an Gott, ohne den nichts geht.

Diesen und weitere Beiträge zum Thema "Was Deutschland jetzt braucht" finden Sie in der neuen Ausgabe unseres Christlichen Medienmagazins "pro"!

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Von: Wolfgang Baake

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