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Politik und Medien setzen sich für verurteilten Pastor ein

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die sofortige Freilassung des für seinen Übertritt zum Christentum zum Tode verurteilten iranischen Pastors Youcef Nadarkhani gefordert. Am Samstag fand eine Mahnwache für den Vater zweier Söhne in Hamburg statt. Wie Menschenrechtsgruppen berichten, müsse mit der Hinrichtung jederzeit gerechnet werden. 

Von PRO

Foto: IGFM

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der "Bild am Sonntag", das dem Pfarrer Youcef Nadarkhani vorgeworfene Verhalten sei "kein Verbrechen, sondern nicht mehr als die Ausübung der auch im Iran völkerrechtlich verbrieften Religionsfreiheit". Bereits seine Festnahme sei ein "eklatanter Verstoß gegen Recht und Menschlichkeit" gewesen.

"Der Iran muss endlich zur Vernunft kommen, das Todesurteil sofort aufheben und Youcef Nadarkhani bedingungslos freilassen", erklärte bereits CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe in der Samstagsausgabe der "Bild"-Zeitung. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit müsse auch im Iran gelten, die Situation des Pastors sei "besorgniserregend". Dem 34-Jährigen Leiter einer Untergrundkirche droht dieser Tage die Hinrichtung, nachdem er am 22. September 2010 wegen "Verbreitung nichtislamischer Lehren" zum Tode verurteilt worden war.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen protestierte am Samstag gegen die drohende Hinrichtung bei einer Mahnwache in der Hamburger Mönckebergstrasse. Die Todesstrafe gegen Nadarkhani aufgrund seines christlichen Glaubens sei ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenrechte und internationales Recht, sagte der Politiker. An der Kundgebung, zu der verschiedene Organisationan aufgerufen hatten, nahmen nach seinen Angaben mehr als 150 Menschen teil.

Am Freitag haben auch das Weiße Haus und das US-Außenministerium Stellung bezogen: "Der Prozess und das Urteil gegen Pastor Nadarkhani zeigen die völlige Missachtung der Religionsfreiheit durch die iranische Regierung und stellen eine Verletzung der Grundrechte der iranischen Bürger dar", teilte ein Sprecher der Obama-Administration mit. In der Pressemitteilung des Außenministeriums in Washington heißt es: "Die staatliche Verfolgung von Menschen, die einfach nur ihren Glauben praktizieren wollen, ist im Iran keine Seltenheit. Viele Glaubensrichtungen werden dort verfolgt und ihrer Freiheit beraubt."

"Welt Online" verlinkt auf IGFM-Petition

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet im Politikteil ihrer Samstagsausgabe ausführlich über Youcef Nadarkhani. Prozess und Urteil seien eine "juristische Farce", schreibt der Journalist Dietrich Alexander. Er beschreibt, wie Nadarkhani als Teenager zum Christentum konvertierte und erklärt: "Apostasie, Glaubensabfall also, wird in den meisten islamischen Ländern nicht als private Entscheidung, sondern als Verbrechen gegen die Gemeinschaft interpretiert." Nadarkhani wäre der erste im Iran hingerichtete Christ seit 20 Jahren, das wäre "ein Schritt ins dunkle Mittelalter", sagte Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), gegenüber der Zeitung. Mit einer Vollstreckung der Hinrichtung müsse jederzeit gerechnet werden, so Lessenthin.

Der Artikel ist auch in der Onlineausgabe der "Welt" erschienen. Am Ende des Beitrags verlinkt die Zeitung auf eine Online-Petition der IGFM, die bereits 27.000 Menschen aus Deutschland unterzeichnet haben. (pro/dpa)

http://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani
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