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Politik in sozialen Netzwerken kommunizieren

"Soziale Netzwerke sind eine geeignete Möglichkeit, junge Leute für Politik zu interessieren und Inhalte zu kommunizieren." Das sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger in einem Workshop bei den 20. "Tagen der Begegnung" in Berlin.
Von PRO

Foto: www.steffen-bilger.de

"Wenn mich Schüler im Bundestag besuchen", erklärte Bilger, "kommen viele von ihnen ein paar Tage später auf mein Facebook-Profil, wollen dort mit mir ‘befreundet’ sein und schicken mir manchmal auch Fragen." Somit biete Facebook einen interessanten und fruchtbaren neuen Weg der Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern. "Viele junge Menschen lesen keine Lokalzeitung mehr – umso besser, wenn sie sich dann auf Facebook über meine Arbeit informieren", so der 32-jährige Abgeordnete aus Ludwigsburg.

"Jugendliche interessieren sich für Kommunalpolitik"

"Ich selbst bin durch kommunalpolitische Jugendthemen zur Politik gekommen", erinnerte sich Bilger. In seinem Workshop ging er der Frage nach, wie junge Leute für Politik zu begeistern seien. "Mit konkreten Themen, die Jugendliche in ihrem Heimatort mitgestalten wollen, können wir ihr Interesse wecken." Bilger nannte als Beispiel den Streit um die Neugestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs ("Stuttgart 21"): "Der neue Bahnhof ist eine Investition für die nächsten Generationen. Darum sind so viele junge Menschen dafür und so viele Ältere leider dagegen", so Bilger.



Viele Junge hätten, genervt von den Demonstrationen gegen den Bahnhof, erstmals die CDU gewählt. Mit Blick auf die bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus erfolgreiche "Piraten-Partei" sagte Bilger, die Partei habe zum Teil "absurde" Positionen, etwa in der Drogenpolitik. Es sei den "Piraten" gelungen, Protestwähler des ganzen Spektrums anzulocken.

Wo liegen die Prioritäten meiner Arbeit?

Zu dem Thema "Die Prioritäten meiner Arbeit und die Herausforderungen bei deren Umsetzung" gab der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich einen Einblick in den Alltag eines Abgeordneten und die Ziele seiner Arbeit: "Ich bin gerne mal ein Couchpotatoe. Ich will gute Arbeit schnell machen, damit ich noch was für mich übrig habe", gab der Politiker offen zu.

Für die Entwicklung seiner Prioritäten sei seine Zeit in der Heilsarmee wichtig  gewesen: "Zuerst wollte ich den Leitungsposten nicht annehmen. Ich dachte, das sei nicht demütig." Erst später sei ihm bewusst geworden, dass man als Leiter viel bewegen könne. Als Abgeordneter achte er sehr auf die Qualität seiner Arbeit und legte viel Wert auf Teamwork: "Ich tue vieles nicht, um einiges richtig zu machen."



Nach dem Einzug in den Bundestag habe er gemerkt, dass er ein Team brauche, "das auch ohne mich Bescheid weiß. Das bedeutet viel Zeitersparnis". Ziel der viertägigen Reise mit seinen Mitarbeitern nach Mallorca sei das gegenseitige Kennenlernen und Einschätzen der jeweiligen Fähigkeiten gewesen. "Wir haben unsere Stärken und Schwächen analysiert und uns mit biblischen Leitern wie Mose, Joseph und Daniel beschäftigt." Daraus sei eine Prioritätenliste für seine Arbeit entstanden und das Team enger zusammengewachsen.

"Netzwerk Gottes im Bundestag"


Oberste Priorität habe für Heinrich der Wahlkreis in Chemnitz: "Ich will dem Chemnitzer sagen, dass ich für ihn erreichbar bin. Ich möchte so etwas wie ein Telefonist für ihn sein." An zweiter Stelle stehe die fachliche Arbeit. Um dort eine gute Qualität zu liefern, habe er sich auch einen Mentor gesucht. Eine Prioritätenliste vereinfache die tägliche Arbeit sehr und helfe, Entscheidungen zu treffen: "Wenn ich qualitativ hochwertige Arbeit machen will, dann muss ich manches Mal auch Nein sagen." Angesichts seines vollen Terminplans sei die Prioritätensetzung überlebenswichtig. Zum Schluss gab er seinen Zuhörern noch mit auf den Weg: "Schreibt eure Lebensziele auf." Das würde auf dem weiteren Weg vieles erleichtern.

Der Workshop des FDP-Abgeordneten Patrick Meinhardt stand unter dem Thema "Die Verantwortung vor Gott und den Menschen im Alltag eines Abgeordneten". Meinhardt ging auf das wöchentliche Gebetsfrühstück im Bundestag ein und beschrieb es als eine "Offenheit, die unter Abgeordneten im höchsten Maß erstaunlich ist". Das Treffen sei ein "Netzwerk Gottes im deutschen Parlament". Hier komme ganz besonders die Überzeugung "Wir wollen Politik machen in Verantwortung vor Gott und den Menschen" zum Ausdruck.



Ihm liege außerdem der direkte Kontakt zu den Bürgern sehr am Herzen. "Ich gehe in die Schulen hinein und diskutiere mit den Schülern." Er wünsche sich außerdem noch mehr Austausch mit Jugendlichen aus Gemeinden. Meinhardt bedauert: "Wenn es darum geht, Politiker einzuladen, sind christliche Jugendleiter am zurückhaltendsten." In seiner Entscheidungsfindung bei schwierigen Fragen werde er von seinen protestantischen Grundüberzeugungen geleitet. Aber es sei gut, dass es innerhalb der Partei verschiedene Zugänge zu den einzelnen Fragen gebe: "Jeder hat damit eine Auswahlmöglichkeit, kann eigene Profile bilden und diese in den Wettbewerb einbringen." (pro)

An den "Tagen der Begegnung" nahmen 170 junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren teil. Eingeladen hatten unter anderem Hermann Gröhe (CDU), Dietmar Nietan (SPD), Otto Fricke (FDP) und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/ Die Grünen). Die Vorträge und Workshops finden vom 28. bis 30. September 2011 im Jugendgästehaus der Berliner Stadtmission und in den Fraktionssälen im Reichstag statt.

Die "Tage der Begegnung" werden unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung, Deichmann SE und dem Christlichen Medienverbund KEP gefördert. (pro)

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