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„Politik hat Familien aus dem Blick verloren“

Politik für Eltern und Kinder richtet sich nicht mehr ausreichend nach den Bedürfnissen der Kleinen, sagt Karl-Heinz B. van Lier. Die Familie als bedeutender Lebensentwurf bröckele.
Von PRO
Die klassische Familie als der bedeutende Lebensentwurf verliert an Geltung, meint der CDU-Politiker Karl-Heinz B. van Lier

Foto: monkey business, fotolia

Die klassische Familie als der bedeutende Lebensentwurf verliert an Geltung, meint der CDU-Politiker Karl-Heinz B. van Lier

In einem Interview der Tageszeitung Die Welt vom Dienstag hat der CDU-Familienpolitiker Karl-Heinz B. van Lier eine Lanze für die Familie gebrochen. In dem Gespräch mit Sabine Menkens sieht van Lier die Familie in der Gefahr, „nicht mehr als der eine große, bedeutende Lebensentwurf zu gelten, der uns die Zukunft garantiert”. In der Vielzahl der Lebensmodelle, die seiner Meinung nach „alle ihre Berechtigung haben”, drohe der Blick auf die Familie verlorenzugehen. Heute sei die Familienpolitik „sehr stark ideologisiert” und diene nicht mehr vorrangig dem Lastenausgleich, erklärte der Landesbeauftragte für Rheinland-Pfalz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.

Kinder brauchen feste Bezugspersonen

Die Familienpolitik ist seiner Einschätzung nach „zu stark arbeitsmarktfixiert”. Weil Frauen als Fachkräfte gebraucht würden, Eltern ihre „Kinder immer früher, und zwar schon im Babyalter, in die Kita”. Die „ökonomische Situation” erfordere es, dass Vater und Mutter gemeinsam für das Familieneinkommen sorgen.

Van Lier konstatiert eine „All-inclusive-Mentalität”. Den Wunsch nach einem „übersorgenden, vorsorgenden Sozialstaat” zahlten die Familien mit dem Verlust der Wahlfreiheit zwischen Arbeit und häuslicher Kinderbetreuung. Ein Kita-Platz, rechnet van Lier vor, koste den Staat im Monat zwischen 1.200 und 1.500 Euro. Bei wirklicher Wahlfreiheit müssten auch Eltern, die ihre Kinder daheim betreuen, diesen Betrag bekommen.

Van Lier empfiehlt in dem Interview, „in die Stärke der Familien” zu investieren. Dies bedeute auch, „dass die Kinder vor allem in den ersten drei Jahren feste Bezugspersonen haben, damit sie sich gut entwickeln können”. Betreuung werde seiner Meinung zu häufig mit Erziehung verwechselt. In Kitas gelte das Prinzip „still, satt und sauber“. Ständige Betreuung im Kollektiv führe zu weniger Kreativität und Einfallsreichtum der Kinder, „als wenn sie eine Erziehung genießen, die auf ihre Begabungen und Bedürfnisse abgestimmt” sei, erklärte van Lier, und weiter: „Ein Kind muss fühlen, dass es geliebt wird.”

Von: Norbert Schäfer

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