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Politik am Küchentisch

Martin Dulig, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in Sachsen, ist ein Familienmensch: Er hat sechs Kinder, mit 16 wurde er zum ersten Mal Vater. Sein Küchentisch war im Wahlkampf sein Markenzeichen. Zu Hause geht es aber nicht nur um Politik, verrät Dulig im pro-Interview.
Von PRO
Martin Dulig ist Wirtschaftsminister in Sachsen und stellvertretender Ministerpräsident. Von seinen Kindern lernt er, Politik verständlich zu erklären

Foto: Götz Schleser

Martin Dulig ist Wirtschaftsminister in Sachsen und stellvertretender Ministerpräsident. Von seinen Kindern lernt er, Politik verständlich zu erklären

pro: Sie sind Familienvater, SPD-Landesvorsitzender, Sie führten die Fraktion, leiten seit drei Monaten ein Ministerium und sind stellvertretender Ministerpräsident. Was braucht es, um andere Menschen zu führen?

Martin Dulig: Das sind ganz verschiedene Ebenen. Aber überall muss ich gut zuhören, nachdenken und Entscheidungen treffen können. Zu Hause sitzen meine besten Berater am Küchentisch – meine Frau, meine Kinder und meine Freunde. Diesen Küchentisch hatte ich ja im Wahlkampf immer bei mir, um auch mit den Wählern offen und auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Diese Atmosphäre möchte ich auch in meinem Ministerium haben.

Um welche politischen Themen geht es bei Ihnen zu Hause?

Wir reden über alles das, was in jeder Familie abends besprochen wird. Es geht um Hausaufgaben, die erste Liebe oder den Urlaub. Wir lachen, singen, streiten und weinen. Das ist auch bei einem Politiker zu Hause normal. Natürlich sind meine Kinder neugierig, was ich bei der Arbeit mache, und fragen danach. Ich lerne in diesen Gesprächen unglaublich viel – nämlich wie man Politik einfach und verständlich erklären kann, damit sie auch verstanden wird. Beim Thema Mindestlohn haben meine Kinder ziemlich genau verstanden, um was es geht: Sie fordern jetzt nämlich ein Mindesttaschengeld von 8,50 Euro!

Im Wahlkampf haben Sie auch Privates thematisiert und Einblicke in Ihr Familienleben gegeben. Wie fanden Ihre Frau und Kinder das?

Wir haben vor dem Wahlkampf gemeinsam sehr lange darüber gesprochen und uns diesen Schritt gut überlegt. Ich habe meine Frau und die Kinder gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Unsere Kinder konnten selbst entscheiden, ob sie in der Öffentlichkeit und auf Fotos gemeinsam mit mir zu sehen sein wollen oder nicht. Interviews haben sie nicht gegeben. Meine Ältesten wohnen außerdem gar nicht mehr in Moritzburg und waren deshalb auch weniger „sichtbar“. Aber meine Familie gehört einfach dazu.

Sie stammen aus einem kirchlich geprägten Elternhaus. Inwiefern hat das Ihren Lebensweg und Ihre Überzeugungen geprägt?

Mein Glaube und mein politisches Engagement in der SPD sind zwei wichtige Säulen in meinem Leben, das prägt mich natürlich. Sie sind die Fundamente, um meine Entscheidungen treffen zu können. Als ganze Familie gehören wir zu unserer Kirchgemeinde. Wir gehen regelmäßig am Sonntag zusammen in den Gottesdienst, auch unsere Kinder nehmen ganz selbstverständlich daran teil. Mir ist es wichtig, dass sie mit und in einem christlichen Wertekanon aufwachsen.

Sie sind gläubiger Christ, bezeichnen sich als nicht missionarisch, aber als „fröhlichen Lutheraner“. Was meinen Sie damit?

Ich trage meinen Glauben nicht wie eine Monstranz vor mir her. Ich bekenne mich offen dazu, Christ zu sein. Aber ich missioniere keinen. Der Glaube gehört ganz selbstverständlich zu meinem Leben dazu. Das bin ich einfach.

Nehmen Sie an Gebetskreisen mit anderen gläubigen Politikern des Landtages teil?

Wenn es die Zeit erlaubt, dann nutze ich die Morgenandacht vor den Landtagssitzungen. An Gebetskreisen nehme ich aber nicht teil.

Sie spielen Trompete. Machen Sie als Familie gelegentlich Hausmusik?

Wir sind eine sehr musikalische Familie. Bei uns wird viel gesungen und jeder von uns spielt ein Instrument. Hausmusik gehört zu unserem Familienleben mit dazu. Ich spiele unter anderem Trompete im Posaunenchor meiner Kirchgemeinde.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen neben Regierungsverantwortung und Parteiarbeit noch für kirchliches und anderes ehrenamtliches Engagement?

Wenn ich ehrlich bin, bleibt neben der Arbeit momentan nicht viel Zeit. In den wenigen freien Stunden ist es sehr wichtig, den Kopf mal frei zu bekommen und ganz für die Familie da zu sein. Ich versuche an mindestens zwei Abenden unter der Woche zu Hause zu sein. Außerdem ist der Sonntag bei uns Familientag.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Jonathan Steinert (pro)
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