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Plädoyer für den Heimunterricht

"Homeschooling ist keine Parallelgesellschaft" - unter dieser Überschrift hat die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am Montag ausführlich eine 22-jährige "bibeltreue Christin" porträtiert, die fünf von 13 Schuljahren zu Hause verbracht hat. 
Von PRO

Foto: pro

Heute arbeitet die junge Frau, die ihr Abitur mit der Note 1,8 und ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit 1,9 abgeschlossen hat, in einem führenden Industrieunternehmen als Controllerin. "Das einzige, was ich am Homeschooling nicht gut fand, war, dass wir uns verstecken mussten", zitiert die FAZ die junge Frau, die aus Angst vor Repressalien ihren richtigen Namen nicht nennen will und im Bericht "Katharina" genannt wird. Ansonsten habe der Unterricht zu Hause nur Vorteile: Sie habe sich selbstbestimmt Wissen aneignen können und früh gelernt, ein eigenes Zeitmanagement zu entwickeln. Darüber hinaus beschreibt der Beitrag einen weiteren Vorteil des Homeschooling: "Ich habe mir schon früh angeeignet, aus Büchern zu lernen, das ist wahnsinnig effektiv", zitiert die FAZ die 22-Jährige. So habe sie ihr Studium in nur fünf Semestern absolviert, und ihr jetziger Chef habe ihr einmal gesagt, er habe noch nie jemanden kennengelernt, der "so eigenverantwortlich und systematisch seine Arbeit organisiert".

Ihr Vater, ein ehemaliger Mathe- und Physiklehrer, hatte die junge Frau in Mathematik, Physik und Chemie unterrichtet. Die Mutter vermittelte alle anderen Fächer. Ihre Eltern hätten den Hausunterricht aus erzieherischen Gründen und wegen eines hohen Bildungsanspruchs bevorzugt, berichtet die FAZ. Allerdings hätten sie ihre vier Kinder nicht zum Hausunterricht gezwungen, sondern ihnen nur die Möglichkeit eröffnet. Über die Rückkehr in eine Schule habe jedes Kind selbst entscheiden können. Bei "Katharina" war dies nach der achten Klasse. Sie wollte sich vergleichen und den Realschulabschluss machen. Wie es in dem Zeitungsartikel heißt, wurde sie in eine Gesamtschule aufgenommen, wo sie sich in dem Klassenverband problemlos integrieren und mithalten konnte.

Ehrlichkeit, Teamgeist und Verantwortungsgefühl vermittelt

Neben dem eigentlichen Lehrstoff sind "Katharina" dem Bericht zufolge zu Hause Ehrlichkeit, Teamgeist und Verantwortungsgefühl vermittelt worden. Allerdings gestehe sie  ein, dass bei weitem nicht alle unterrichtenden Väter und Mütter so bildungsbeflissen sind wie ihre Eltern. "Die meisten anderen Heimschüler, die ich kenne, sind Christen wie wir. Fast alle machen eine Ausbildung, weil sie kein Abitur machen können, wenn sie nicht zur Schule gehen", verrät die junge Frau.

In dem Bericht bedauert "Katharina" die vielen Ressentiments in Deutschland gegen den Hausunterricht. Es werde einem unterstellt, "dass man in eine Parallelgesellschaft flüchtet und sich abschottet, dass man fundamentalistisch und sektiererisch ist". Aber eigentlich wolle man sich integrieren. Das gehe nur nicht, "weil es als illegal gilt, was wir tun". Ihrer Meinung nach sollte jeder selbst entscheiden dürfen, auf welche Weise er sich Wissen aneignet. Schließlich, so zitiert die FAZ die junge Frau, komme es auf das Ergebnis an, nicht auf den Weg zum Ziel. Zumindest ihr Werdegang sei ein Indiz dafür, dass sie recht haben könnte. (pro)

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