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Pfarrer: Kirche repräsentiert „weiße Mittelschicht“

Die Kirche bildet derzeit weitgehend die weiße Mittelschicht ab. Diese Auffassung vertritt der Berliner Pfarrer Axel Nehlsen. Er rief dazu auf, dass sich Christen stärker unterschiedlichen kulturellen Lebenswelten öffnen.
Von PRO
Der Pfarrer Axel Nehlsen ist Geschäftsführer von „Gemeinsam für Berlin“ und Mit-Initiator des „Transforum“

Foto: pro/Norbert Schäfer

Der Pfarrer Axel Nehlsen ist Geschäftsführer von „Gemeinsam für Berlin“ und Mit-Initiator des „Transforum“
In deutschen Großstädten treffen auf engstem Raum soziale, ethnische und weltanschauliche Gegensätze zusammen. Der evangelische Berliner Pfarrer Axel Nehlsen, Geschäftsführer der Aktion „Gemeinsam für Berlin“, plädierte dafür, dass sich Christen stärker mit den unterschiedlichen Lebenswelten ihrer Umgebung auseinander setzen. „Die unterschiedlichen kulturellen, migrantischen und auch deutschen Milieus sind einfach eine Realität“, sagt Nehlsen. Die christlichen Kirchen, egal welcher Denomination, Prägung oder Konfession, bilden seiner Auffassung nach „normalerweise überwiegend die weiße Mittelschicht ab“, sagt Nehlsen auf Anfrage von pro. „Es ist unbedingt nötig, dass wir uns als Christen mit den anderen Lebenswelten unserer Städte befassen.“ Darum hatte Nehlsen Christen zum „Transforum“ nach Berlin eingeladen, um in Workshops und in Vorträgen die Bedeutung unterschiedlicher kultureller und ethnischer Lebensrealitäten in Großstädten und Ballungszentren zu erörtern. „Gott liebt diese Menschen genauso wie die bürgerliche weiße Mittelschicht“, sagt Nehlsen. Es gelte, das Miteinander der verschiedenen Lebenswelten zu fördern, und alle Milieus mit dem Evangelium zu erreichen.

Vielfalt der Haupstadt zeigt Chancen

Berlin habe seit 40 Jahren einen hohen Anteil von Migranten. Dadurch hätten auch die christlichen Kirchen und Gemeinden Fachwissen und Erfahrungen erworben, an denen es anderenorts noch mangele. „Wir möchten auf dem Hintergrund der verschiedenen Gemeinden und Bewegungen, die hier in Berlin vertreten sind, positive Beispiele setzen“, sagt Nehlsen. Die kulturelle und gemeindliche Vielfalt in der Hauptstadt wertet Nehlsen „als eine riesige Chance“. Er sieht sie als gutes Beispiel zur Ermutigung, mehr Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen aufzunehmen und diese mit „der guten Botschaft von Jesus“ bekanntzumachen. Nehlsen unterstreicht die Bedeutung der sozialen Medien für seine Arbeit mit Migranten und in den verschiedenen Milieus. „Wir haben gemerkt, dass die sozialen Medien besonders in die Welt der jungen Leute eine Brücke sind, aber auch in die Welt der Migrationsgemeinden“, sagt der Pfarrer. Facebook sei ein wesentliches Element für die Arbeit in den verschiedenen Milieus, um Veranstaltungen bekanntzumachen. Veranstalter der Konferenz „Transforum“ ist die Aktion „Gemeinsam für Berlin“, ein ökumenisches Netzwerk von Christen in der Hauptstadt. Sie läuft noch bis Samstag. (pro)
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