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Pfarrer aus Bethlehem erhält Deutschen Medienpreis

Der Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bethlehem, Mitri Raheb, erhält am 24. Februar den Deutschen Medienpreis. Damit wird sein Wirken für herausragende "Symbole der Menschlichkeit" gewürdigt. Raheb hat in Bethlehem Gesundheitszentren, Begegnungsstätten und Schulen geschaffen, die den Alltag der Menschen erleichtern.

Von PRO

Foto: Deutscher Medienpreis

Anlässlich des 20. Jubiläums des Deutschen Medienpreises wollte die Jury in diesem Jahr "leise Friedensstifter" küren, deren Wirken ohne große mediale Beachtung stattfand. Zu den vier diesjährigen Preisträgern gehört auch der ehemalige Oberstleutnant der sowjetischen Armee, Stanislaw Petrow. Er hatte 1983 durch eine "einsame Entscheidung eine hochgerüstete Welt vor ihrer Zerstörung" bewahrt, als er entgegen aller Vorschriften und Befehlsstrukturen handelte und trotz atomarer Bedrohung durch die US-Amerikaner keinen Alarm auslöste.



Mit Bildung und Wissen gegen Krieg und Terror



Außerdem erhalten Sakena Yaccobi und der Kongolese Denis Mukwege den Deutschen Medienpreis. Yacoobi versucht in Afghanistan mit Bildung und Wissen Krieg und Terror zu verhindern. Dazu gründete sie ein afghanisches Bildungsinstitut, das Tausenden vom Krieg gezeichneten und benachteiligten Menschen eine Lebensperspektive schenken will. Dort sollen Menschen neben schulischer Bildung auch Unterstützung und Hilfe gegen Unterdrückung und Hass erfahren.



Um die Bewahrung und Wiederherstellung von Würde geht es dem Arzt Denis Mukwege. Er betreut seit Jahren Tausende von Vergewaltigungsopfern in dem unter Bürgerkrieg und Gewalt leidenden Land Kongo. Damit sei er nicht nur Arzt, sondern auch "Anwalt der Menschenwürde, der gegen Stigmatisierung und Diskriminierung kämpft". Das von ihm gegründete Krankenhaus in Bukavu sei ein "Ort der Hoffnung und der Humanität inmitten unvorstellbarer Inhumanität".



Orte der Begegnung und des Austauschs



Raheb, so die Begründung der Jury, bekomme den Preis, weil er "Orte der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs" geschaffen habe. Dies geschehe in der biblischen Stadt Bethlehem, die jedoch kein Platz des Friedens sei: "Rahebs Wirken ist die Alternative zu Gewalt und Radikalisierung." Die vier Preisträger stehen damit in einer Reihe mit weiteren Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, François Mitterrand, Jitzhak Rabin und Königin Silvia von Schweden.



Raheb, der seit 1988 an der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem wirkt, wirbt seit langem für die Verständigung und den Austausch unter den drei Religionen im Heiligen Land: "Mitri Raheb ist mit einer großen Leidenschaft ausgestattet, das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen. Er arbeitet beharrlich an einem nachhaltigen Frieden im Mittleren Osten. Raheb ist ein Visionär, der neue Wege in der Erziehung und im Gesundheitsbereich gegangen ist", würdigt ihn der Vorsitzende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika Mark S. Hanson.



Zweitgrößter privater Arbeitgeber der Region



In Bethlehem hat Raheb die Dar-al-Kalima-Schule gegründet, die mittlerweile zum zweitgrößten privaten Arbeitgeber in der Gegend der Autonomiestadt geworden ist. Für ihn sind die Bildungseinrichtungen ein "Funke der Hoffnung für zukünftige Generationen". Raheb hat am Seminar der Hermannsburger Mission Theologie studiert und anschließend an der Philipps-Universität in Marburg promoviert. Zudem hat er viele Aufsätze zur Kirchengeschichte und dem interreligiösen Dialog verfasst.



Der Deutsche Medienpreis ist eine Auszeichnung, die seit 1992 einmal jährlich vom Marktforschungsinstitut Media Control verliehen wird. Eine Jury mit Chefredakteuren führender Zeitungen und Zeitschriften entscheidet über den Preisträger. Der Preis selbst ist eine handgeformte, bemalte Keramikfigur auf einem blauen brasilianischen Marmorsockel.

Für Raheb ist der Deutsche Medienpreis nicht die erste hochrangige Auszeichnung: Der Theologe hatte für sein "Engagement für ein friedliches Zusammenleben in Israel-Palästina unter komplexen Bedingungen" 2006 den Tschelebi-Medienpreis erhalten. Der Preis ist nach dem Gründer des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland, Mohammed Tschelebi, benannt und wird jährlich an nicht-moslemische Persönlichkeiten verliehen. Ein Jahr später bekam der Theologe den Internationalen Aachener Friedenspreis verliehen. Damit werde sein Engagement "von unten" für den Frieden und für eine gewaltfreie Konfliktlösung gewürdigt, erklärte ein Sprecher seinerzeit. (pro)

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