Das christliche Medienmagazin

Passen christliche Inhalte und säkuläre Medien zusammen?

Christliche Inhalte werden in den öffentlich-rechtlichen Medien zwar häufig verkürzt dargestellt, allerdings sei dies kein böser Wille der Redakteure. Diese Ansicht vertrat der Fernsehjournalist Markus Spieker bei dem "Kongress christlicher Führungskräfte" in Leipzig.
Von PRO

Foto: pro

Der ARD-Journalist und Buchautor Spieker sprach am Freitag zum Thema "Gott und die neue Medienwelt". In der Praxis sei es nicht einfach, christliche Inhalte in den öffentlich-rechtlichen Medien unterzubringen. Spieker sagte: "Es gibt in den Medien eine Tendenz, christliche Inhalte zu verkürzen. Das hat aber nichts mit böser Absicht zu tun." Als Ursachen nannte der einerseits Unkenntnis über christliche Themen, andererseits aber auch strukturelle Vorgaben. "Bei einem Beitrag, der nur 1:30 Minuten lang werden darf, lassen sich Hintergründe oft nicht ausreichend beleuchten."

Michael Inacker, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts, bestätigte Spiekers Beobachtung, dass christliche Themen in Deutschland oft zu kurz kämen. Seine Erklärung: "Es gibt schon eine anti-kirchliche Grundhaltung, die bei vielen Intellektuellen eine gewisse Tradition hat." Der Wirtschaftsexperte beobachte eine verstärkte Säkularisierung. Weil es kein christliches Unternehmen gebe, sondern nur Christen im Unternehmen, sei es deren Auftrag, "wie Hefe zu wirken. In einem Staat wo wir eine Säkularisierung erleben, kann ich nicht erwarten, dass die Minderheit der Christen die Themen vorgeben. Aber ich kann als christlicher Journalist Themen vorschlagen und anregen."

Kämpferischer Elan gefragt

Spieker betonte, dass Journalisten anhand des Nachrichtenwerts eines Themas entscheiden, ob es aufgegriffen werde: Wie massentauglich ist ein Thema, wie kontrovers wird es diskutiert und welche Persönlichkeiten sind betroffen? Darüber hinaus werde Kirche in Europa oft als fortschrittsfeindlich verstanden. "Journalisten sehen sich aber als Agenten des Fortschritts", erklärte Spieker. Aus diesem Grund sei "konservative Religion nicht massentauglich." Beunruhigen würde ihn das nicht. Auch Inacker sagte: "Wir müssen uns damit abfinden, dass wir in der Minderheit sind." Er forderte, dies als Motivation und Auftrag zu sehen: "Wir müssen mit mehr kämpferischem Elan an die Sache gehen und nicht dem Status der öffentlich-rechtlichen Kirche hinterher trauern. Das nimmt uns keiner ab. Wir müssen begreifen, dass wir mit einem kämpferischen, engagierten und kreativen Christentum auftreten müssen."

Spieker vertrat die Ansicht, dass es darüber hinaus deutlich lukrativer sei, nicht-christliche Inhalte zu formulieren als christliche. Er setze deswegen auf das Internet. "Mein Traum ist, dass es in einigen Jahren so sein wird, dass wir christliche mediale Räume im Internet finden, wo es lukrativ für Menschen ist, gute christliche Inhalte zu platzieren. Das sorgt dafür, dass in der Gesamtöffentlichkeit christliche Themen etwas ausgewogener platziert werden." (pro)

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