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Pascals Briefe erstmals auf Deutsch

Viele verbinden mit dem Namen Blaise Pascal die Wahrscheinlichkeitsrechnung, die erste Rechenmaschine der Welt oder die philosophische „Wette“ um Gottes Existenz. Die Briefe des französischen Mathematikers, Theologen und Philosophen sind nun erstmals vollständig auf Deutsch erschienen und bieten einen Einblick in die Gedankenwelt dieses tiefgläubigen Christen.
Von PRO
Die Briefe des gläubigen Philosophen Blaise Pascal sind nun auf Deutsch erschienen

Foto: Verlag Matthes & Seitz Berlin

Die Briefe des gläubigen Philosophen Blaise Pascal sind nun auf Deutsch erschienen

Blaise Pascal (1623–1663) galt schon als Kind als Genie der Mathematik. Im Alter von 19 Jahren erfand und baute er die erste Rechenmaschine der Welt. Heute wird Pascal als Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung und als einer der größten christlichen Philosophen angesehen. Unter anderem die Entstehung des Computers, das Roulette-Spiel und sogar der Pariser Omnibusverkehr werden auf Pascal zurückgeführt.
Dass Pascal tiefgläubiger Christ war, zeigen seine Schriften, aber auch ein Zettel, den man nach seinem Tod in den Saum seines Mantels eingenäht fand. Darauf hatte er festgehalten, was ihm in jener Nacht durch den Kopf ging, als er Gott begegnete. In dieser „Feuernacht“, wie er sie nannte, wurde dem großen Denker klar, dass es nicht um den Gott der Philosophen und Gelehrten geht, sondern um Gott als „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“. Pascals messerscharfer Verstand machte ihn zu einem gefürchteten Disputanten für Gegner des Christentums. Friedrich Nietzsche hat Pascal einmal den „einzigen logischen Christen“ genannt.

Nicht nur für Pascal-Fans

Die nun im Verlag Matthes & Seitz erschienenen Briefe sind nicht nur etwas für Fans. Der erste von insgesamt vier Bänden zeigt Pascal als spirituellen Ratgeber und Begleiter für seine Familie und Freunde. Es wird deutlich, dass er es schon als junger Mensch verstand, quasi das komplette Evangelium in einzelnen – wenn auch langen – Sätzen unterzubringen. Ein Beispiel: „Und jene, die Gott durch die Wiedergeburt der Taufe unverdient errettet hat von der Sünde (die das wahre Nichts ist, weil sie Gott, der das wahre Sein ist, zuwiderhandelt), um ihnen einen Platz in seiner Kirche zu geben, die sein wahrer Tempel ist, nachdem er sie mit ihrer Schöpfung unverdient dem Nichts entrissen hat, um ihnen einen Platz in der Welt zu geben, haben die doppelte Pflicht, ihm zu dienen und ihn zu ehren, denn als Geschöpfe müssen sie in der Ordnung der Geschöpfe bleiben und nicht den Ort entweihen, den sie einnehmen, und als Christen müssen sie unablässig nach der Würde streben, dem Leib Jesu Christi anzugehören.“
Trost findet der Mensch nur bei Gott, nicht bei anderen Menschen, nicht in der Schöpfung – das zieht sich wie ein roter Faden durch Pascals Briefverkehr. Warum sich mit den vorläufigen Übeln der Welt abgeben, wenn man direkt zur Quelle gehen kann? Und so können die Briefe Pascals, auch wenn sie 350 Jahre alt sind, auch dem heutigen Leser etwas bedeuten.
Der vor Kurzem erschienene Band I umfasst 22 Briefe und Brieffragmente aus den Jahren von 1643 bis 1661. Die noch folgenden Bände enthalten die wissenschaftliche Korrespondenz (Band II), die „Briefe in die Provinz“ (Band III) sowie philosophische Briefe und die „Pensées“ (Band IV). (pro)
Blaise Pascal: „Briefe I. Die private Korrespondenz“, Herausgegeben von Eduard Zwierlein, 201 Seiten, Matthes & Seitz, 19,90 Euro, ISBN 9783882219753

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