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Papst schreibt mit UN-Rede Geschichte

Papst Franziskus hat am Freitag als erster Papst der Geschichte die jährliche UN-Vollversammlung in New York eröffnet. In seiner Rede appellierte er an den Klima- und Umweltschutz und an mehr Menschlichkeit. Bereits am Donnerstag sprach er vor dem US-Kongress in Washington.
Von PRO
Als erster Papst der Geschichte eröffnete Franziskus – hier bei seiner Ankunft in New York – die UN-Vollversammlung
Als erster Papst der Geschichte eröffnete Franziskus – hier bei seiner Ankunft in New York – die UN-Vollversammlung
In seiner Rede vor den Vereinten Nationen betonte Franziskus besonders die Wichtigkeit des Klima- und Umweltschutzes. In allen Religionen komme der Umwelt eine hohe Bedeutung zu. Es dürften nicht nur leere Versprechungen gemacht werden, es müssten auch konkrete Schritte im Klimaschutz unternommen werden. „Jeder Schaden, der der Umwelt zugefügt wird, schädigt auch die Menschheit“, sagte er. Außerdem dürfe nicht rücksichtslos gehandelt werden. „Ein egoistischer und grenzenloser Durst nach Macht und materiellem Reichtum führt zu einem Missbrauch der vorhandenen natürlichen Ressourcen und zu einem Ausschluss der Schwachen und Benachteiligten.“ Mit seiner Rede vor den Vereinten Nationen habe Franziskus Geschichte geschrieben, da niemals zuvor ein Papst die jährliche Vollversammlung eröffnet und vor so vielen Staats- und Regierungschefs gesprochen habe, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Am Donnerstag hielt Franziskus vor dem US-Kongress eine Rede. Es war das erste Mal, dass ein Papst vor den Abgeordneten sprach. Franziskus nutzte die Chance, um den Abgeordneten ins Gewissen zu reden. Die Politiker dürften es sich nicht zu einfach machen und die Wirklichkeit nur in „Gut und Böse oder in Gerechte und Sünder“ unterteilen, zitiert ihn die Tagesschau. „Die heutige Welt mit ihren offenen Wunden, unter denen so viele unserer Brüder und Schwestern leiden, verlangt, dass wir jeder Form von Polarisierung entgegentreten, die eine Aufteilung in diese beiden Kategorien versucht“, sagte er. Auch beim Thema Todesstrafe fand der Papst deutliche Worte. Jeder Mensch habe eine unveräußerliche Würde. Strafe brauche auch Hoffnung und das Ziel, sich rehabilitieren zu können.

„Es ist meine Pflicht, Brücken zu bauen“

Die Amerikaner sollten großherziger sein, forderte Franziskus. Das gelte auch für die Flüchtlingskrise: „Wir dürfen nicht über ihre Anzahl aus der Fassung geraten, sondern müssen sie vielmehr als Personen sehen, ihnen ins Gesicht schauen, ihre Geschichten anhören und versuchen, so gut wir können, auf ihre Situation zu reagieren.“ Es gehe um eine menschliche, gerechte und brüderliche Reaktion. Der Papst forderte weiter dazu auf, den Waffenhandel zu stoppen. Bewaffnete Konflikte müssten abgeschwächt und beendet werden. Zum Verhältnis der USA mit dem Nachbarland Kuba sagte er: „Es ist meine Pflicht, Brücken zu bauen und allen Menschen zu helfen, auf jede mögliche Weise dasselbe zu tun. Wenn Länder, die miteinander im Konflikt standen, den Weg des Dialogs einschlagen – eines Dialogs, der aus sehr legitimen Gründen unterbrochen sein mag –, öffnen sich neue Möglichkeiten für alle.“ Franziskus befindet sich seit vergangenem Samstag auf Amerika-Reise. Die ersten vier Tage verbrachte er in Kuba, wo er sich mit Machthaber Raúl Castro und dessen Bruder Fidel Castro traf. Außerdem hielt er eine Messe in der ostkubanischen Stadt Holguín. Am Mittwoch war der Pontifex nach Washington weitergereist. Am Samstag steht ein Besuch in Philadelphia an, bevor er Sonntag die Heimreise antritt. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/obama-veraergert-franziskus-mit-gaesteliste-93437/
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