Neue Technologien dürften nicht zu einem „Instrument der Herrschaft und Ungerechtigkeit“ werden. Das hat Papst Leo XIV. am ersten Tag seiner Frankreich-Reise in einer Rede bei der Unesco betont. Im digitalen Zeitalter dürfe die Verletzlichkeit junger Menschen niemals zum Anlass für Ausbeutung werden.
Leo XIV. hob aber auch die Möglichkeiten digitaler Technologien hervor. Sie sollten das Wachstum, die Bildung und die zwischenmenschlichen Beziehungen junger Menschen fördern. Es müsse sichergestellt werden, dass die neuen Technologien im Dienste des Menschen blieben.
Die Worte des Papstes zu Beginn seiner viertägigen Frankreich-Reise standen ganz im Sinne seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“. In dieser setzt sich Leo XIV. ausführlich mit den Gefahren von Künstlicher Intelligenz auseinander. Die KI stelle auch eine der Herausforderungen dar, denen sich Wissenschaft und Bildung heute gegenübersehen, erklärte der Papst.
„Mensch muss ins Zentrum allen Denkens gerückt werden“
Gemeinsam eine gerechte Welt zu gestalten, sei das eigentliche Fundament der internationalen Zusammenarbeit, betonte der Papst in seiner Ansprache. Angesichts der zahlreichen und komplexen Krisen der Gegenwart blicke die Welt allerdings mit gegensätzlichen Gefühlen auf internationale Institutionen.
Gesellschaften liefen Gefahr, „Wissenschaft und Technik in gewinnorientierte Unternehmungen zu verwandeln, die genetische Manipulationen, Leihmutterschaft, den Handel mit Organen oder das Angebot eines geplanten Todes fördern“, warnte er. Die Achtung der Menschenwürde und der Grundrechte und -freiheiten müsse auch in Zeiten technischer Fortschritte gewahrt werden. Der Mensch müsse wieder in das Zentrum allen Denkens gerückt werden.
Den Höhepunkt seines viertägigen Frankreich-Aufenthalts bildet am Samstagnachmittag eine große Messe auf der Place de la Concorde. Hier werden nach Angaben des Vatikans rund 600.000 Menschen erwartet.