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Papst einsame Spitze bei Medienpräsenz

Papst Benedikt XVI. war auch im vergangenen Jahr die weltweit am häufigsten zu sehende religiöse Person in den Fernsehnachrichten. Dies geht aus der jüngsten Studie des Forschungsinstitutes "Media Tenor" hervor. Deutlich gestiegen ist demnach auch die Präsenz muslimischer Führer in den Medien.
Von PRO

Foto: wikipedia

"Wie in anderen Bereichen auch, beschränkt sich die Anzahl der Protagonisten nur auf wenige", erklärt Roland Schatz, Gründer und Präsident der Agentur "Media Tenor". "Lange Zeit haben muslimische Vertreter die Medien gescheut. Dies hat zu einer negativen Berichterstattung des Islam in den Medien mit überwiegend kritischer Berichterstattung der Journalisten geführt." 2009 hätten sich der Islam und deren Anführer den Journalisten allerdings geöffnet.
Laut der Studie des Institutes nimmt Papst Benedikt XVI. zwei Drittel aller Meinungsäußerungen religiöser Repräsentanten in den internationalen Nachrichtenprogrammen ein. "Das Image des Oberhauptes der katholischen Kirche hat sich in manchen westeuropäischen Ländern signifikant verschlechtert. Vor allem in den Bereichen, in denen hohe Erwartungen mit der Realität aufeinander prallen", ergänzt Christian Kolmer, Projektleiter des Bereiches "Nichtregierungsorganisationen" bei "Media Tenor". "Insbesondere die Holocaust-Debatte und die Wiederaufnahme einiger Mitglieder der Pius-Bruderschaft hat das deutsche Fernsehen lange begleitet."

Bild Wolfgang Hubers positiv belegt

Auf der anderen Seite habe der Besuch des Papstes in der arabischen Welt zu einem positiven Medienecho in deren Nachrichtenprogrammen geführt. "Dies ist ein klarer Erfolg in der vergifteten Beziehung zwischen dem Papst und der muslimischen Welt, vor allem nach seinen kontrovers diskutierten Aussagen über den Islam in seiner Regensburger Rede 2006", betont Roland Schatz. Die Medienpräsenz religiöser Repräsentanten folge denselben Gepflogenheiten und Regeln wie die anderer Prominenter, besonders in Konfliktfällen.

Dies zeige die Präsenz des Dalai Lama, der 2008 auf dem zweiten Platz lag. Während des Fackellaufs vor den olympischen Spielen in Peking war er im Kontext anti-chinesischer Traditionen deutlich präsenter als 2009, wo er nicht mehr unter den ersten 20 gelistet wurde. Auf Platz 2 der aktuellen Liste steht der iranische Mullah Ali Ayatollah Khamenei. Bischof Wolfgang Huber, nimmt knapp vor dem bereits verstorbenen Johannes Paul II. Platz 5 ein. Ähnlich wie bei Karl Kardinal Lehmann im Vorjahr ist das Bild von Huber positiv belegt, was laut "Media Tenor" darin begründet ist, dass in diesem Jahr seine Amtszeit endet. Weitere Personen aus dem religiösen Bereich, die häufig in den Medien genannt werden, sind der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams, der zugleich Oberhaupt der anglikanischen Kirche ist und der zum Führungskreis von Scientology zählende David Miscavige.

"Media Tenor" hat seit 2007 kontinuierlich den Umfang der Berichterstattung religiöser und säkularer Meinungsführer untersucht. Von Januar 2008 bis November 2009 wurden 207.983 Statements in 30 Fernsehprogrammen analysiert. Darunter befanden sich neun nicht muslimische und vier muslimische Länder. In Deutschland wurden die "Tagesthemen", das "heute journal" und "RTL Aktuell" untersucht. 17.267 der über 200.000 Statements bezogen sich auf religiöse Führer. (pro)

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