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Pandemie hat Cybermobbing verschärft

Cybermobbing unter Kindern hat in der Pandemie zugenommen. Laut einer neuen Studie ist gut jeder sechste Schüler betroffen.
Von Anna Lutz

Foto: @pixabay

Jeder vierte Betroffene von Cybermobbing äußert Suizidgedanken

Knapp 17 Prozent aller Schüler in Deutschland erleben Cybermobbing. Das sind ungefähr so viele Kinder wie im Jahr 2020, aber vier Prozent mehr als vor der Pandemie im Jahr 2017. Im Alter zwischen 14 und 16 Jahren war 2022 sogar 25 Prozent der Schüler betroffen. Die meisten von ihnen wurden nach eigenen Angaben im Netz beschimpft und beleidigt, ausgegrenzt oder verleumdet.

Knapp zwei Drittel der befragten Schüler gaben zudem an, die Coronapandemie habe Cybermobbing verschärft. Dieser Meinung ist auch rund die Hälfte der Lehrer und Eltern. Die Hälfte aller befragten Lehrer gab an, mit Cybermobbing in Kontakt gekommen zu sein.

Das sind Ergebnisse aus der aktuellen Studie „Cyberlife IV“ des Bündnisses gegen Cybermobbing und der Techniker Krankenkasse. Dafür haben Experten zwischen Mai und Juli dieses Jahres 355 Lehrer, 1.053 Eltern und 3.011 Schüler bundesweit online befragt.

Jeder Vierte hat Suizidgedanken

Demnach fühlte sich mehr als die Hälfte der Opfer von Cybermobbing verletzt. Etwas mehr als ein Drittel reagierte mit Wut und fast ebenso viele gaben an, verängstigt zu sein. Jeder Sechste hat aus Verzweiflung wegen des Mobbings schon mal zu Alkohol, Tabletten oder Drogen gegriffen, fast jeder vierte Betroffene äußerte Suizidgedanken.

Uwe Leest, Vorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing, erklärte, Kinder, die in ihrem sozialen Umfeld gut aufgehoben seien, suchten seltener Kontakte und Vorbilder im Internet und seien folglich auch seltener betroffen. Problem träten vor allem im Umfeld von Haupt- und Werkrealschulen auf, seltener an Grundschulen und Gymnasien.

Im Vergleich zur Vorgängerstudie 2020 sind die schulischen Angebote zum Thema Cybermobbing laut Studie stark zurückgegangen. Vor allem gibt es heute weniger Schulungen, die Strategien zum Umgang mit Cybermobbing vermitteln. Die Initiatoren der Studie fordern deshalb eine bessere Medienerziehung an Schulen und entsprechende Fortbildungen für Lehrer und Eltern. Außerdem soll ein Cybermobbing-Gesetz die gezielte Ahndung entsprechender Taten ermöglichen. Onlineanbieter müssten verstärkt zur Selbstkontrolle verpflichtet werden. Zudem plädiert das Bündnis für eine Klarnamen-Pflicht im Netz.

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