Pakistan: Viele Christen leben in Schuldknechtschaft

In Pakistan leben zahlreiche christliche Familien in Schuldknechtschaft und unter sklavenähnlichen Bedingungen. Die Menschenrechtsorganisation IJM warnt vor besonderen Risiken für arme und marginalisierte Bevölkerungsgruppen in Südasien.
Von Norbert Schäfer
Arbeiter in einer Ziegelei in Faisalabad. Viele Christen arbeiten in diesem Bereich.

In Pakistan arbeiten zahlreiche christliche Familien unter sklavenähnlichen Bedingungen in Ziegelfabriken. Das berichtet „Vatican News“ und beruft sich auf Angaben des österreichischen Hilfswerks „Christen in Not“. Demnach müssen Betroffene täglich rund 1.000 Ziegel herstellen, um ihre Schulden abzutragen. Häufig müssen auch Kinder mitarbeiten. Obwohl Schuldknechtschaft in Pakistan seit 1992 verboten ist, wird das Gesetz kaum durchgesetzt. Das Hilfswerk unterstützt betroffene Familien dabei, sich aus der Abhängigkeit zu befreien.

Die Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM) berichtet von ähnlichen Erfahrungen aus ihren Projekten in Südasien. IJM ist allerdings nicht in Pakistan tätig und kann deshalb keine Einschätzung zur dortigen Situation abgeben. Grundsätzlich gelte jedoch: „Moderne Sklaverei ist weltweit dort am stärksten ausgeprägt, wo Risikofaktoren wie Armut oder Zugehörigkeit zu einer Minderheit oder marginalisierten Bevölkerungsgruppe zusammenkommen.“ Wie viele Christen in der Region betroffen sind, könne IJM nicht beziffern.

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