Ein gesunder Umgang mit digitalen Medien braucht klare Regeln. Mit einer Broschüre informieren verschiedene Institutionen darüber, wie das aussehen kann.

Ein gesunder Umgang mit digitalen Medien braucht klare Regeln. Mit einer Broschüre informieren verschiedene Institutionen darüber, wie das aussehen kann.

Gesunder Umgang mit Medien braucht klare Regeln

Die Bundesregierung will Eltern beim Thema digitale Medien in der Erziehung unterstützen. „Ein gesunder Umgang mit digitalen Medien braucht klare Regeln“, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag in Berlin. Beteiligt daran ist auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Je kleiner Kinder sind, desto größer sollte der bildschirmfreie Raum sein. Dies ist eine der Empfehlungen der Aktion „Leben mit Medien“. Zum Umgang mit digitalen Medien haben die Bundesregierung, in Person die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler, sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Leitsätze erarbeitet.

Im Zuge der Informationskampagne gibt es Tipps für einen sinnvollen und altersgerechten Medienkonsum. Unter anderem empfiehlt sie, dass die Essenszeit handyfrei sein sollte. „Ein gesunder Umgang mit digitalen Medien braucht klare Regeln“, sagte Mortler bei der Vorstellung in Berlin am Donnerstag. Säuglinge und Kleinkinder sollten elektronische Medien am besten gar nicht benutzen.

Kinder unterstützen und begleiten

Für das Spielen, Chatten oder Vokabelnlernen seien digitale Medien selbstverständlich. Ein gesunder Umgang damit sei wichtig und erlernbar. Es gehe darum, Kinder zu unterstützen und zu begleiten. Wichtig sei es, den Konsum von Bildschirmmedien zeitlich zu begrenzen und gemeinsam Medienzeiten zu vereinbaren. Eltern sollten ihre Kinder bei der Mediennutzung altersgerecht begleiten und über Inhalt und Ausmaß der Mediennutzung ihrer Kinder informiert sein.

Es müsse klar sein, dass technisches Wissen nicht unbedingt Medienkompetenz bedeute. Mortler wünscht sich ein geschärftes Bewusstsein der Beteiligten: Die Empfehlungen sollten Eltern Orientierung geben, „was sinnvoller Medienkonsum ist, und wo es schwierig wird“. Einer der Tipps sei es, dass Eltern mit den Kindern reale Erfahrungen machen.

Medien nicht als Erziehungsmaßnahme einsetzen

Erwachsene sollten zudem ihren eigenen Medienkonsum, insbesondere im Beisein der Kinder, überdenken. Kinder schauten sich die Gewohnheiten der Erwachsenen ab. Deswegen sollten Medien nicht als Erziehungsmaßnahme eingesetzt werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren sollten Bildschirmmedien gar nicht zum Einsatz kommen.

Die Informationsmaterialien der Aktion „Leben mit Medien“ sollen ab Frühjahr 2019 an die 6.000 Mitglieder des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte verschickt werden. Deren Präsident Thomas Fischbach betont, dass der BVKJ die Auswirkungen digitaler Bildschirmmedien erforsche und sich für den achtsamen Umgang mit Medien einsetze: „Wir werden diesen Weg fortsetzen“. Aus seiner Sicht habe die Digitalisierung Gewinner und Verlierer. Die Ärzte hörten und sähen, wie unbekümmert, weil uninformiert, Eltern mit digitalen Bildschirmmedien umgehen.

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA hat ergeben, dass 49 Prozent der Eltern sich mehr Unterstützung bei der Vermittlung von Medienkompetenz wünschen. Demnach wünschen sich 65 Prozent der 2.065 Befragten, dass Schulen mehr Medienkompetenz vermitteln sollten. Bei der Umfrage stimmten außerdem knapp 25 Prozent der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren zu, dass es in Ordnung sei, Kindern zwischen drei und sechs Jahren digitale Medien zu Weihnachten zu schenken.

Weitere Partner der Aktion „Leben mit Medien“ sind der Gesamtverband für Suchthilfe e.V. (GVS), die Kultusministerkonferenz (KMK), der GKV-Spitzenverband, der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritas, das Präventionsprojekt „Klasse2000“ und der Bundeselternrat. Alle Empfehlungen und weitere Informationen unter www.bvkj.de und www.drogenbeauftragte.de.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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