Mit dem Phänomen sogenannter Killerspiele beschäftigt sich eine Doku-Reihe, die ab dem 6. Februar auf ZDFinfo ausgestrahlt wird
Mit dem Phänomen sogenannter Killerspiele beschäftigt sich eine Doku-Reihe, die ab dem 6. Februar auf ZDFinfo ausgestrahlt wird

Doku-Reihe zu „Killerspielen“

Kaum ein Wort ist in der deutschen Spielindustrie so aufgeladen wie das der „Killerspiele“. Im Rahmen einer Doku-Reihe hat sich der Redakteur des Bayerischen Rundfunks, Christian Schiffer, mit deren Geschichte und Auswirkungen befasst. Seine Ergebnisse zeigt der Digitalsender ZDFinfo am Samstag, dem 6. Februar, ab 21 Uhr.

Mit dem Wort „Killerspiele“ assoziieren viele Menschen die Spiele „Counter Strike“ oder „Doom“. Andere denken aber auch an die Schul-Amokläufe zurück, die Deutschland erschütterten. Christian Schiffer hat die umstrittenen Spiele näher unter die Lupe genommen und eine dreiteilige Doku-Reihe produziert, die am 6. Februar im Digitalsender ZDFinfo laufen wird.

„Der Streit beginnt“

Ab 21 Uhr ist der Film „Väter der Pixel-Monster – Englands Computerspiel-Pioniere“ zu sehen, der sich mit der Geschichte der britischen Videospielindustrie zwischen 1979 und 1996 befasst und damit, wie das Land eine Pionierrolle in der Entwicklung einnahm. Die Dokumentation „Atari: Game Over“ blickt auf die erste Ära der Videospiele und den spektakulären Zusammenbruch zurück.

Um 23.15 Uhr blickt Schiffer in der ersten Folge der dreiteiligen Reihe mit dem Untertitel „Der Streit beginnt“ auf die ersten Gewaltdiskussionen vor 40 Jahren zurück. Als eines der ersten Spiele stand „Death Race“ in der Kritik. Es provozierte eine Gewalt-Diskussion, weil man mit pixeligen Autos auf pixelige Strichmännchen zusteuern musste. Mit dem Spiel werde das Töten von Menschen eingeübt, lautete die Kritik. Der Beitrag geht auch darauf ein, was die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften beanstandet - und wie sich die Maßstäbe über die Jahre geändert haben.

Interview mit dem „Doom“-Macher

Schiffer hat für seine Recherchen das Deutsche Computerspiel-Museum in Berlin und das Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe besucht und etliche Größen der Spielszene interviewt. Außerdem hat er den Doom-„Mitschöpfer“ John Romero interviewt. Im zweiten Teil geht es um die Killerspiel-Diskussion nach dem Amoklauf in den USA und in Deutschland bis zu dem Moment, in dem ein Killerspiel zum ersten Mal den Deutschen Computerspielpreis erhielt.

Schiffer betont im Interview mit Thomas Hagedorn, dass sich der Deutsche Kulturrat eindeutig gegen ein Verbot von sogenannten Killerspielen entschieden hat, weil er dadurch die Kunstfreiheit bedroht sah: „Natürlich gibt es weiterhin Killerspiele, die militaristisch und gewalttätig sind, aber es gibt auch Killerspiele, die schon fast philosophisch daherkommen. Und es gibt mittlerweile die Walking Games, in der der Spieler in der Ego-Perspektive spazieren geht und gar nicht mehr geschossen wird“, erklärt Schiffer. Die Wirkungsforschung gehe davon aus, dass keiner zum Killer werde, weil er Killerspiele spielt.

Die dritte Folge schildert schließlich, wie sich die Killerspiele weiterentwickelt haben – auch in Richtung Antikriegsspiele. Schiffer gibt zudem einen Ausblick, wie Virtual Reality die Zukunft des Gamings verändern dürfte. Der Autor ist Redakteur und Radiomoderator beim Bayerischen Rundfunk. „Killerspiele“ ist sein erster Film für ZDFinfo. Der Digitalsender hat aktuell einen Marktanteil von 1,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. (pro)

Von: jw

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