Die Mehrzahl der Jugendlichen hat mindestens schon einmal einen Porno gesehen
Die Mehrzahl der Jugendlichen hat mindestens schon einmal einen Porno gesehen
Nikolaus Franke bezeichnet sich selbst als Porno-Kritiker
Nikolaus Franke bezeichnet sich selbst als Porno-Kritiker

„Alles Porno oder was?“

Pornos gehören bei einem großen Teil der Jugendlichen zum Alltag. Zum Thema „Alles Porno oder was?“ hat Nikolaus Franke, Referent beim Weißen Kreuz, beim Kirchentag in Stuttgart referiert.

Die Sonne strahlt am Samstagnachmittag in Stuttgart, die Luft ist schwül. Das Interesse am Workshop „Alles Porno oder was?“ ist groß. Der Raum 0.8 des „SpOrt“-Zentrums füllt sich mit vielen interessierten Jugendlichen. Ein paar mehr Jungen als Mädchen sind gekommen, das Verhältnis hält sich aber fast die Waage. Ausgeschrieben ist das Seminar für Jugendliche von 16 bis 25 Jahren. Einige wenige Erwachsene sind auch da.

Mit 17 Jahren: Fast jeder Junge hat mindestens einen Porno gesehen

Nikolaus Franke, Jugendreferent des Weißen Kreuzes, hatte selbst einmal drei Jahre Probleme mit unkontrolliertem Porno-Konsum. Er stellt den Jungen und Mädchen ein paar Zahlen vor. Im Alter von 13 Jahren haben fast 70 Prozent der Jungen und 43 Prozent der Mädchen schon einmal einen Pornofilm gesehen. Diese Zahlen stammen aus der Dr. Sommer-Studie aus dem Jahr 2009, noch vor der Smartphone-Revolution. Ausführliche aktuellere Studien gebe es kaum. Im Alter von 17 Jahren haben schließlich 93 Prozent der Jungen und 80 Prozent der Mädchen mindestens schon einmal sexuelle Handlungen als Film gesehen.

Der Jugendreferent geht davon aus, dass die Zahlen heute noch höher sind als 2009. Die Zahl bei den Jungen ist höher. Es gebe aber auch Mädchen, die regelmäßig Pornos konsumierten und wiederum Jungen, die nie konsumierten. „Pornos gehören bei einer relevanten Gruppe zum sexuellen Lernen dazu“, sagte Franke am Samstag in Stuttgart.

Ein Effekt, der nachgewiesen sei, ist: Porno-Konsumenten geben seltener an, mit ihrem eigenen Körper und dem Körper des Partners zufrieden zu sein, als Probanden, die keine Pornos schauten. Die Porno-Sexualität sei „immer möglichst illusorisch“. Sex-Filme seien von Fiktionalität geprägt. In den Streifen werde oft dargestellt, dass sich eine Frau dem Kontakt mit dem Mann erst widerstrebt, dann aber einwilligt. Damit werde das Prinzip „Nein ist Nein“ untergraben.

Jugendliche gaben an, sie schauten Pornos zu ihrer Befriedigung und auch, um etwas zu Lernen. „Dinge, die du immer wieder tust, prägen dich“, erklärte Franke. Der Mensch lerne durch starke Gefühle. Durch die Befriedigung beim Porno schauen findet eine positive Verstärkung statt. Gleichzeitig gingen negative Gefühle vorübergehend weg. Franke sagte: „Fast jede Sucht ist in ihrem Zentrum Gefühlsregulation.“

Sexualität sollte niemals zum Götzen werden

Der Jugendreferent sprach auch darüber, was Christen beim Thema Pornografie beachten sollten. Mit Blick auf die Werte Rücksicht und Nächstenliebe sollten sich Christen fragen: „Suche ich in meiner Sexualität des anderen Bestes?“ Für Christen gebe es eine Beziehungsethik und damit die Frage: „Was sagt Christus zu der Sache?“ Franke sagte: „Sexualität sollte niemals zum Götzen werden.“ Es gebe Prinzipien von Gott, wie das Leben gelingen soll. Diese Prinzipien, wie den Umgang mit Begierde und Treue, sollten in die heutige Zeit übertragen werden. Es gelte zu prüfen, an wen oder was man sich bindet.

Franke führte auch die eigenen Entfaltungsmöglichkeiten und Potenziale an. Jeder könne sich die Frage stellen: „Bringt es mich wirklich weiter?“ (pro)

Von: ms

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