Bürgerinitiative für Wahlpflichtfach Religion

B e r l i n (PRO) – Die Bürgerinitiative "Pro Reli" in Berlin fordert, an Schulen das Pflichtfach Ethik durch ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion zu ersetzen. Bis Ende November wollen die Initiatoren 20.000 Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt haben.

Seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 müssen alle Schüler in Berlin und Brandenburg ab der 7. Klasse am Ethikunterricht teilnehmen. Religionsunterricht dagegen kann nur zusätzlich, auf freiwilliger Basis, besucht werden. Unter diesen Voraussetzungen sind allein in diesem Jahr die Anmeldungen zum Religionsunterricht um mehr als 30 Prozent zurückgegangen.

Diese Entwicklung beunruhigt nicht nur "Pro Reli", sondern auch die Kirchen in Berlin. Als eine der ersten haben Ende Mai der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Berliner Erzbischof Georg Sterzinsky das Volksbegehren für die Einführung eines Wahlpflichtfaches Religion unterzeichnet. Unter dem Motto "Wir wollen Wahlfreiheit" sollen in einer ersten Phase bis Ende November 20.000 Unterschriften gesammelt werden. Die Initiatoren von "Pro Reli" zeigen sich zuversichtlich, dass sie diese Hürde meistern werden. Seit Beginn der Unterschriftenaktion im Juni haben bereits 15.000 Bürger den Antrag für eine Änderung des Schulgesetzes unterzeichnet.

Unterstützung durch die CDU-Fraktion

Die Mitglieder von "Pro Reli" begründen ihr Engagement damit, dass man der individuellen Lebenserfahrung der Schüler nur gerecht werde, wenn an den Schulen nicht nur eine humanistisch-säkulare Wertevermittlung angeboten werde, sondern zusätzlich, auch religiös gebundener Unterricht.

Unterstützung erhält die Initiative seit kurzem auch von Seiten der CDU-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses. Diese trat am vergangenen Wochenende unter der Leitung ihres Vorsitzenden Friedbert Pflüger in einer Klausurtagung zum Thema "Politik und Kirche" zusammen. Gemeinsam mit den Kirchenvertretern Huber und Sterzinsky berieten die Fraktionsmitglieder im sachsen-anhaltischen Drohndorf über die Einführung eines Wahlpflichtfaches Religion an Schulen. Ergebnis der Tagung ist laut Pflüger ein "breites Aktionsbündnis" aller Teilnehmer für eine Verbesserung der religiösen Bildung in Berlin.

Neben der Frage nach der geeigneten Vorgehensweise bei der Werteerziehung an Schulen berieten die Teilnehmer der Klausurtagung auch über die Ladenöffnungszeiten. Deren Ausdehnung auf Sonn- und Feiertage, die die Berliner CDU angeregt hatte, stößt auf die Kritik der Kirchen. Auf der Tagesordnung standen zudem Themen wie der Dialog der Religionen, der Einfluss des Islam, Kindesvernachlässigung und Kinderarmut, Jugendgewalt, Werteverfall, Integration, Gentechnik und Abtreibungen.

Von: lms

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