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Oscar-Gewinner Gibney: Doku über Missbrauchs-Skandal

Der Oscar-Preisträger Alex Gibney hat einen Dokumentarfilm über sexuellen Missbrauch an gehörlosen Kindern in der katholischen Kirche gedreht. „Mea Maxima Culpa“ deckt die Vorfälle an einer Gehörlosenschule in Wisconsin auf, Gibneys Nachforschungen führten dabei bis in den Vatikan. Gezeigt wurde seine Dokumentation auf dem 31. Filmfest in München am 29. Juni.
Von PRO

Foto: uniondocs / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Als Täter der sexuellen Übergriffe entlarvt Gibney Pater Murphy, den Leiter der Gehörlosenschule in Milwaukee im US-Bundestaat Wisconsin. Von 1950 bis 1974 seien mehr als 200 taube Kinder dem Priester zum Opfer gefallen, heißt es in dem Film. Anfang der 70er Jahre trauten sich einige von ihnen, Murphy anzuzeigen. Im Jahr 1974 ging der Pater in den Ruhestand und starb schließlich 1998.

In der Dokumentation kommen die Betroffenen selbst zu Wort und berichten von dem Missbrauch. Regisseur Gibney führten seine Recherchen bis in den Vatikan. Seiner Ansicht nach habe der ehemalige Papst Benedikt XVI. – damals noch Kardinal Joseph Ratzinger – über die Vorgänge in Wisconsin Bescheid gewusst. Als Leiter der Glaubenskongregation habe er „jeden einzelnen Fall über sexuellen Missbrauch auf den Tisch“ bekommen, erklärte Gibney am Sonntag im Interview mit dem ARD-Magazin „Titel Thesen Temperamente“. Doch der Vatikan habe zu den  Vorwürfen geschwiegen, Murphy sei nicht exkommuniziert worden.

„Ich bin Katholik und katholisch erzogen worden. Gerade deshalb hat mich diese Geschichte sehr bewegt“, sagte Gibney im ARD-Interview. Wann „Mea Maxima Culpa“ in Deutschland auf DVD zu sehen ist, steht noch nicht fest. Bis jetzt fand sich noch kein Verleiher. (pro)
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/431902_ttt-titel-thesen-temperamente/15745168_ein-dokumentarfilm-ueber-sexuellen-missbrauch-an
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