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Orientalist Navid Kermani erhält Friedenspreis

Der deutsche Schriftsteller und Essayist Navid Kermani erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der Orientalist und gläubige Moslem scheut sich nicht vor kritischen Tönen gegenüber Glaubensbrüdern.
Von PRO
Navid Kermani erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2015
Navid Kermani erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2015
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird 2015 an den deutschen Orientalisten, Schriftsteller und Essayisten Navid Kermani verliehen. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober in der Paulskirche statt. Der Stiftungsrat des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sieht in Navid Kermani „eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, die sich mehr denn je den Erfahrungswelten von Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft stellen muss, um ein friedliches, an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben zu ermöglichen“. Seine wissenschaftlichen Arbeiten weisen Kermani einer Presseinformation vom Donnerstag zufolge als einen Autor mit großer Sachkenntnis aus, der in die theologischen und gesellschaftlichen Diskurse einzugreifen vermöge. Die Welt-Autor Martin Ebel bezeichnete Kermani am Freitag als „die wohl wichtigste intellektuelle Vermittlunsinstanz zwischen dem islamischen und dem westlichen Kulturkreis, die wir in Deutschland haben“ und konstatiert, dass es „einen profunden Kenner“ wie Kermani brauche, um die Gesellschaft auf Traditionen hinzuweisen, die wegen „Terroranschlägen und den Mördertruppen des IS leicht vergessen werden“. Nach Angaben der Welt ist Kermani gläubiger Moslem, was ihn jedoch nicht von der Forderung abgehalten habe, dass sich der Westen „militärisch stärker gegen den ‚Islamischen Staat‘“ engagieren müsse. „In dem Augenblick, da sich Terroristen auf den Islam berufen, hat der Terror auch etwas mit dem Islam zu tun“, zitiert Die Welt den Preisträger. Kermani ist dem Artikel zufolge der Kern der Religion wichtiger als deren Praktiken. Es sei wichtiger, „ein guter Mensch zu sein als ein guter Muslim“. Dieser humane Kern verbinde nach Angaben von Ebel Islam, Christentum und Aufklärung. Kermani ist Sohn iranischer Eltern und wurde 1967 in Siegen geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren begann er, regelmäßig für die Westfälische Rundschau zu schreiben. Nach dem Abitur studierte er in Köln, Kairo und Bonn Islamwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft. Seine Dissertation befasst sich mit dem ästhetischen Erleben des Koran. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/der-koran-ist-nur-schoen-92446/
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