Das christliche Medienmagazin

Open Doors weist Kritik zurück

Das Hilfswerk „Open Doors“ hat Kritik an seiner Erhebung zur Diskriminierung von Christen in Flüchtlingsheimen zurückgewiesen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung habe eine ihrer Behauptungen mittlerweile von ihrer Webseite gelöscht.
Von PRO
Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors, kann die Kritik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung nicht nachvollziehen

Foto: pro

Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors, kann die Kritik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung nicht nachvollziehen
Das überkonfessionelle Hilfswerk „Open Doors“ hat die Kritik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), bei seiner Erhebung über die Diskriminierung von Christen durch Muslime in Flüchtlingsheimen übertrieben zu haben, zurückgewiesen. In einer Erklärung ging die Organisation am Montag auf die einzelnen Vorwürfe ein. Anders als von der FAS behauptet habe Open Doors nie von „flächendeckenden“ Fällen von Gewalt, sondern von „gehäuftem Auftreten“ gesprochen. Die von der FAS monierte Besonderheit, dass über die Hälfte der befragten Christen aus Berlin stammt, sei „für die Aussagekraft der Erhebung von wenig Belang und wurde dort bereits klar kommuniziert“.

FAS wünschte Fälle aus ganz bestimmten Bundesländern

Im FAS-Artikel heißt es: „Trotz mehrfacher Nachfrage ist die Organisation (Open Doors, d. Red.) (…) nicht in der Lage, auch nur einen Pfarrer aus dem Bereich der großen Landeskirchen zu benennen, der an einem Fragebogen mitgewirkt hat.“ Dazu erklärt Open Doors: „Entgegen der Aussage der FAS gab es Rückläufe ausgefüllter Fragebögen auch von Pfarrern aus der Landeskirche. Der Redakteur der FAS hatte jedoch ausdrücklich nach Fragebögen aus Hessen und Niedersachsen gefragt. Dementsprechende Berichte lagen nicht vor und waren innerhalb einer Woche nicht zu erhalten.“ Dass aber durchaus auch die Landeskirchen von Übergriffen gegen christliche Flüchtlinge berichten, habe man bereits verschiedentlich der Presse entnehmen können. Im Zeitungsbericht heißt es: „Auf Nachfrage war es Open Doors nicht möglich, einen einzigen Fall in einem kirchlich betriebenen Heim zu nennen“. Open-Doors-Geschäftsführer Markus Rode habe dem FAS-Redakteur jedoch angeboten, eine Verbindung zu einem Flüchtlingsheim unter kirchlicher Trägerschaft herzustellen, in dem es mehrere Betroffene gegeben habe, allerdings nicht in den vom FAS-Redakteur gewünschten Bundesländern. In dem Artikel der Sonntagszeitung war zu lesen: „Rode sagte, er könne 500 Fälle von religiös motivierter Gewalt in kirchlich betriebenen Heimen nennen.“ Dazu erklärte wiederum Open Doors: „Diesem angeblichen Zitat widerspricht Rode gegenüber dem Redakteur der FAS vehement, da die Erhebung dann nicht 231, sondern weit über 500 dokumentierte Übergriffe hätte enthalten müssen. Der zuständige Redakteur veranlasste daraufhin zumindest die Löschung dieser Aussage in der Onlineversion der FAS.“

Zweifel an Glaubwürdigkeit der Flüchtlinge?

Die FAS stelle die Glaubwürdigkeit der Flüchtlinge in Frage, indem sie einen Fall aus der Gemeinde des Berliner Pfarrers Gottfried Martens aufgreift, so die Stellungnahme von Open Doors. „Mehrere dieser Fälle von Pfarrer Martens wurden bereits von Medien durch Gespräche mit den Betroffenen recherchiert und als glaubwürdig eingeschätzt“, erklärte das Hilfswerk. „Die FAS greift den in der Erhebung von Open Doors genannten Fall eines christlichen Ehepaars aus Afghanistan (Konvertiten) auf, das aufgrund massiver Drangsalierung in seiner Unterkunft in die Kirche von Pfarrer Martens geflohen war.“ In diesem Zusammenhang komme auch ein Vertreter der Betreibergesellschaft zu Wort. „Seine Aussage, die Vorwürfe seien ‚zu 100% aus der Luft gegriffen‘ deckt sich exakt mit der Problematik, die bereits in der Erhebung benannt wird: Oftmals haben Heimleiter und Betreiber keinerlei Interesse daran, religiös motivierten Übergriffen nachzugehen“, so die Darstellung von Open Doors. Auf Wunsch der Redakteure habe Open Doors sehr kurzfristig einen „besonders eklatanten Fall der Gewalt gegen einen Christen“ in Hessen oder Niedersachsen aufzeigen sollen. Dazu habe Open Doors Kontakt zu Pastor Michel Youssif hergestellt, der zahlreiche christliche Flüchtlinge im Rahmen seiner arabischsprachigen Gemeinde betreut. „Ein Flüchtling aus dem niedersächsischen Lamspringe hatte ihm berichtet, dass er wegen seiner erklärten Absicht, als Alevit zum christlichen Glauben zu konvertieren, bereits mehrfach von sunnitischen Muslimen und IS-Sympathisanten angegriffen worden sei. Der Pastor glaubte ihm.“ Eine telefonische Nachfrage der FAS im Flüchtlingsheim habe erbracht, dass der christliche Flüchtling „aggressiv“ gewesen sei. Dies bestätigte auch die neue Heimleiterin, eine sunnitische Muslima aus dem Sudan. „Weitere Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mannes habe laut FAS eine Aussage von Pastor Youssif geweckt, der durch ein weiteres Gespräch zu der Überzeugung gekommen sei, dass der christliche Glaube des Mannes nicht Ursache des Konflikts war. Im Telefonat mit Open Doors betonte Pastor Youssif jedoch, dass er dies so nicht gesagt habe und dass ihm außerdem der zuständige Redakteur zugesichert habe, ihm den Artikel vor der Veröffentlichung vorzulegen. Dies sei jedoch nicht geschehen.“ Youssif habe erklärt: „Die Aussage des Flüchtlings steht gegen die Aussage des Heimbetreibers.“ Open Doors erklärte weiter: „Wie Pastor Youssif jedoch zu berichten wusste, hatte der betroffene Flüchtling aus Lamspringe nach dem FAS-Interview große Angst, auf die Straße zu gehen. ‚Er hat mehrere Male bei mir angerufen und versichert, dass er die Wahrheit sage.‘“ Zudem habe er Angst bekundet. „Dazu passt die traurige Beobachtung, dass kein einziger Besucher aus Pastor Youssifs Flüchtlingsgemeinde bereit war, an der anonymen Erhebung von Open Doors teilzunehmen oder mit Medien zu sprechen – aus Angst vor den möglichen Konsequenzen.“

Diskriminierung sehr wohl aufgrund des Glaubens

Abschließend erklärte Open Doors: „Der FAS-Artikel titelt ‚Weil sie Christen sind?‘ und stellt damit in Frage, dass es sich um religiös motivierte Übergriffe handelt. Open Doors bestätigt: „Die Berichte der betroffenen christlichen Flüchtlinge lassen keinerlei Zweifel daran aufkommen, warum sie Gewalt erfahren. Die ausgefüllten Fragebögen bedürfen keiner weiteren Erklärungen, denn hier wird durch die Aussagen der Christen klar belegt, dass es sich um religiös motivierte Übergriffe handelt.“ Open Doors sei durch die Vorgehensweise des FAS-Redakteurs erneut bewusst geworden, „wie sensibel und riskant eine Recherche für betroffene Flüchtlinge sein kann, die den Mut hatten, ihre Erlebnisse zu schildern und dadurch am Ende mit noch größeren Problemen konfrontiert sind“. Deshalb sei es umso wichtiger, endlich die Forderungen von Open Doors und anderen Organisationen nach einem wirksamen Schutz der Christen umzusetzen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/fas-zweifel-an-studie-zu-christenverfolgung-in-fluechtlingsheimen-96167/
Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen