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Open Doors: „Indiens Christen vor Eskalation der Gewalt schützen“

Die hindu-nationalistische Partei BJP hat in Indien die Parlamentswahlen für sich entschieden. Das christliche Hilfswerk Open Doors ist besorgt über das Ergebnis, da unter Premierminister Narendra Modi seit 2014 Gewalttaten gegen Christen stetig gestiegen seien.
Von PRO
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Im März 2018 brennen Hindu-Extremisten eine Kirche in Sengipatti im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu nieder (Archivbild)

Foto: Open Doors

Im März 2018 brennen Hindu-Extremisten eine Kirche in Sengipatti im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu nieder (Archivbild)

Indiens Bevölkerung hat gewählt. Die rund 800 Millionen Wahlberechtigten bescherten dem amtierenden Premierminister Narendra Modi von der hindu-nationalistischen Regierungspartei BJP einen klaren Sieg. Das christliche Hilfswerk Open Doors blickt mit Sorge auf den Wahlausgang. Unter der Herrschaft der BJP habe sich Indien auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors von Rang 28 auf 10 verschlechtert. Es gehöre zu den Ländern, „in denen es für Christen besonders gefährlich ist, ihren Glauben zu leben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, fordert im Namen seiner Organisation die neue Regierung auf, „die weitverbreitete Verfolgung von Christen und religiösen Minderheiten sofort [zu] unterbinde[n]“. Die indische Regierung sei gefordert, eine missbräuchliche Anwendung der Antikonversionsgesetze zu stoppen. „Die Vertreibung von Christen aus ihren Dörfern muss aufhören, genauso wie die Unterdrückung der großen Anzahl von Dalits, die sich dem christlichen Glauben zugewendet haben.“

Die Verfolgung von Christen in den 29 Bundesstaaten ist nach Angaben des Hilfswerkes unterschiedlich stark. Acht Bundesstaaten hätten Anti-Bekehrungsgesetze eingeführt, die gegen Nicht-Hindu-Religionen gerichtet seien. Ein Sprecher von Open Doors erklärte: „Seit 2014 haben hinduistische Extremisten ein Klima des Hasses und der Intoleranz gegenüber den religiösen Minderheiten Indiens geschaffen, vor allem im Blick auf die christlichen und muslimischen Gemeinschaften.“

Morddrohungen und physische Gewalt

Im ersten Quartal 2019 verzeichneten lokale Partner des christlichen Hilfswerkes bereits 216 christenfeindliche Vorfälle, darunter zwei Morde, 11 Mordversuche, Angriffe auf 18 Gottesdienste mit mehreren hundert Besuchern sowie 45 Attacken auf Christen mit teils bleibenden Schäden. 2014 wurden im gesamten Jahr 147 Gewalttaten gegen Christen registriert, die an Open Doors gemeldet wurden. Ein Partner vor Ort berichtet laut der Organisation: „Seitdem Polizeikräfte vermehrt unter Einfluss der Extremisten stehen, sind Morddrohungen und physische Gewalt gegen Christen nicht mehr nur in Dörfern verbreitet, wo oft die Regeln der Dorfältesten über dem offiziellen Gesetz stehen, sondern auch in Städten.“

Religiöse Minderheiten würden durch Kampagnen zur Zwangsbekehrung zum hinduistischen Glauben zusätzlich unter Druck gesetzt. Dazu zitiert Open Doors einen indischen Pastor: „Wir hoffen und beten, dass die internationale Gemeinschaft den Schutz religiöser Minderheiten gegenüber der indischen Regierung anspricht. Die könnte die indischen Gesetze und sogar Klauseln in der Verfassung ändern und so weitere Instrumente zur Verfolgung von Minderheiten schaffen.“

Von: Martina Blatt

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