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Open-Doors-Gründer Anne van der Bijl gestorben

Vor 67 Jahren gründete der später als „Bruder Andrew“ bekannte Anne van der Bijl das Hilfswerk Open Doors. Am Dienstag ist er im Alter von 94 Jahren gestorben.
Von Martin Schlorke
Bruder Andrew

Foto: Open Doors

Er hat das Hilfswerk Open Doors gegründet: Anne van der Bijl

Der evangelische Missionar und Gründer des christlichen Hilfswerks Open Doors, Anne van der Bijl, ist tot. Der auch als „Bruder Andrew“ bekannte Niederländer starb am Dienstag im Alter von 94 Jahren.

Zum christlichen Glauben fand der am 11. Mai 1928 geborene van der Bijl als junger Soldat. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss er sich der niederländischen Armee an und kämpfte in Indonesien. Als er mit einer Schusswunde im Lazarett lag, begann er die Bibel zu lesen und entschied sich für ein Leben mit Gott.

Anschließend studierte er von 1953 bis 1955 am „Bible Training Institute“ im schottischen Glasgow. Bei einem kommunistischen Jugendfestival 1955 in Warschau verteilte er Bibeln und erfuhr von der prekären Situation der Christen in den Ländern des Ostblocks. Er begann, die geistlichen Leiter in Osteuropa zu stärken. Er schmuggelte heimlich Bibeln in diese Länder. Das brachte ihm den Spitznamen „Schmuggler Gottes“ ein.

Damit legte er den Grundstein für das heute international tätige Hilfswerk Open Doors, das nach eigenen Angaben heute in mehr als 70 Ländern aktiv ist. Mit dem Hilfswerk wollte er Hilfe für verfolgte Christen organisieren, Leiter und Gemeinden schulen, Selbsthilfe-Projekte initiieren und die Menschen mit christlicher Literatur versorgen. Bis 1995 hatte er den Vorsitz von Open Doors inne.

„Mann des Glaubens“

Heute ruft Open Doors mit regelmäßigen Gebets- und Hilfskampagnen zum Gebet und zur Unterstützung für verfolgte Christen auf.

Der Open-Doors-Leiter in Deutschland, Markus Rode, würdigte van der Bijl als „Mann des Glaubens, der Bibel und des Gebets“. Seine Stärke sei „das Wissen um seine eigene Schwachheit und einen großen Gott, mit dem nichts unmöglich ist“, gewesen. Mit großer Hingabe sei „Bruder Andrew“ Jesus nachgefolgt und seine Berufung gelebt. „Er verließ sich völlig auf die Kraft Gottes, die in der eigenen Schwachheit sichtbar wird. Damit habe er viele tausend Christen ermutigt.“

„Bruder Andrew“ bereiste mehr als 120 Länder, um verfolgte Christen zu ermutigen. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Im Jahr 1993 wurde er von Königin Beatrix der Niederlande zum Ritter geschlagen. 1997 erhielt er den Religious Liberty Award der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) in Anerkennung seines lebenslangen Einsatzes für verfolgte Christen und seiner Leidenschaft für die Verbreitung des Evangeliums.

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7 Antworten

  1. Ein wunderbares Zeugnis, wie Gott wirken kann.
    Das auch jeden Leser herausfordert, sein Leben im Dienst (auch im kleinen) für ihn zu leben!

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  2. Habe seine Biographie gehört. War sehr ermutigend, gerade auch wegen seinen menschlichen Zügen.

    Allerdings war das kommunistische Jugendfestival in Warschau vermutlich nicht 1995 😉

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    1. Do ein Leben ist über das eigene Leben hinaus Ermutigung und Einladung zugleich.
      Dank Euch fürs Zusammenstellen.

      Nein, Warschau war 1955 – wie im Text steht.
      Solche Irrtümer unterlaufen mir auch hin und wieder. ;0)

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  3. Dieser Mann hat unendlich viel getan für die Verbreitung des Wortes Gottes in den früheren Ostblockstaaten.
    Ich möchte sein Wirken vergleichen mit dem des Evangelisten Billy Graham, Graham mit dem gesprochenen Wort, van der Bijl mit dem geschriebenen Wort Gottes.

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  4. Solche von Gott gesegnete Schmuggler braucht es viele an den Grenzen , um Kontakte zu Christen in totalitären und muslimischen Staaten sowie geistige Nahrung in Form unserer Bibeln dahin zu bringen, wo sie genauso dringend benötigt werden wie Lebensmittel. Denkt auch an den Fall der Mauer und der DDR, hier waren auch nicht Waffengewalt sondern Menschen und Gebet, mit Gottes Hilfe am Werk.

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