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Open Doors: Bedrohliche Situation für nordkoreanische Christen

Der Leiter des deutschen Zweigs des christlichen Hilfswerks "Open Doors", Markus Rode, hat vor einer "alarmierenden Situation" der Christen in Nordkorea gewarnt. Am Mittwoch sprach er vor dem Stephanuskreis der CDU/CSU-Fraktion in Berlin.
Von PRO

Foto: pro

"Noch vor hundert Jahren galt Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang mit ihren 100 Kirchen als das ‘Jerusalem des Ostens’", erzählte Rode. Unter der Präsidentschaft von Kim II Sung seien dann jedoch über 2.000 Gemeinden in kurzer Zeit verschwunden. "Heute ist das abgeschottete Land ein Synonym für Menschenverachtung und Unterdrückung."

Bereits zum elften Mal in Folge steht Nordkorea an der Spitze des Weltverfolgungsindex. Dieser wurde vergangene Woche von "Open Doors" für das Jahr 2013 veröffentlicht. Er listet die 50 Staaten auf, in denen Christen am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Nach Schätzungen des christlichen Hilfswerks mit Sitz im hessischen Kelkheim werden in Nordkorea bis zu 70.000 Christen in mehr als 30 Arbeits- und Straflagern gefangen gehalten, wo sie gefoltert und hingerichtet würden oder als Objekt für "barbarische Experimente" dienten.

Bibeln, Kleidung und Informationsarbeit

Wie Rode in Berlin berichtete, gelten Christen in Nordkorea als "Gefährdung für die Gesellschaft" und als "Spione des verräterischen Westens". Aus diesen Gründen werde der christliche Glaube dort als eine Bedrohung für das kommunistische Regime angesehen. Gläubige versammelten sich daher aus Angst nur im Untergrund. Die Anzahl der Christen wird von Open Doors auf 200.000 bis 400.000 geschätzt.

Schon seit vielen Jahren unterstützt das überkonfessionelle Hilfswerk Christen in Nordkorea. "Open Doors versorgt die Bedürftigen in Nordkorea unter anderem mit Lebensmitteln, Decken, Medikamenten und Kleidung", erzählt Rode. Ebenso verteilen Mitarbeiter des Hilfswerks Literatur, Bibeln und Radios für den Empfang christlicher Sendungen aus dem Ausland. Auch Informationsarbeit und weltweite Gebetsaufrufe gehören zu den Aufgaben von "Open Doors".

Um der starken Verfolgung von Christen in Nordkorea entgegenzuwirken, empfahl Rode, nordkoreanischen Flüchtlingen einen entsprechenden Status zu gewähren, um eine Abschiebung zu verhindern. Ferner müsse die Kooperation mit den nordkoreanischen Behörden bei der Suche nach geflohenen Christen aufgehoben werden.

"Mehr Anteilnahme am Schicksal verfolgter Christen"

"Open Doors dokumentiert mit dem Weltverfolgungsindex Jahr für Jahr, dass die Verfolgung und Bedrängung von Abermillionen Christen in vielen Teilen der Welt nach wie vor sehr alarmierend ist und besonders in Afrika weiter zunimmt", fügte Ute Granold, Sprecherin des Stephanuskreises, hinzu. Sie forderte darüber hinaus mehr Anteilnahme an dem Schicksal der verfolgten Christen. "Gerade die CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Allgemeinen – und hier die Mitglieder des Stephanuskreises im Besonderen – werden wachsam bleiben und helfen, wo sie dies tun können. Wir stehen zu unseren Glaubensbrüdern und -schwestern und ziehen mit den Kirchen in Deutschland hier an einem Strang."

Der Stephanuskreis wurde im April 2010 innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegründet. Er setzt sich vor allem für Religionsfreiheit ein. Insbesondere beschäftigt er sich mit der Lage verfolgter Christen weltweit.

Der Weltverfolgungsindex 2013 von "Open Doors" bezieht sich auf einen Zeitraum vom 1. November 2011 bis zum 31. Oktober 2012. Er dokumentiert die Christenverfolgung in 50 Ländern. Derzeit werden laut Angaben der Organisation rund 100 Millionen Menschen weltweit wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt oder bedrängt. (pro)

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