„OM“ weist NDR-Darstellung deutlich zurück

Während die „Logos Hope“ in Hamburg vor Anker liegt, sorgt ein Beitrag des NDR für Aufregung. OM bezieht Stellung zu den Vorwürfen.
Von Christian Biefel

Eine verantwortliche Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit der „Logos Hope“, Corinna Scharrenberg, hat die Darstellung des Norddeutschen Rundfunks über das Missionsschiff deutlich zurückgewiesen.

Zuvor hatte der NDR über Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter berichtet. Unter anderem standen intime Fragen im Bewerbungsverfahren in der Kritik und ein extrem konservativ-fundamentalistisches Weltbild, von dem sich auch die Nordkirche distanzierte.

„Als wir den NDR-Bericht lasen, waren wir im ersten Moment schockiert“, berichtet Scharrenberg gegenüber PRO. Es sei eine sehr einseitige und negative Berichterstattung gewesen, die die Arbeit und das Zusammenleben auf dem Schiff nicht widerspiegele.

Laut der Journalistin sei es selbstverständlich, dass es auf der umgebauten Fähre zu Konflikten und Verletzungen komme. „Hier arbeiten Menschen miteinander“, macht die langjährige „OM“-Deutschland-Mitarbeiterin deutlich. Sobald jedoch Konflikte oder Verletzungen entstünden, bemühe man sich um eine unmittelbare Klärung im direkten Austausch.

Bekenntnis zur Bibel

„Operation Mobilisation“ (OM)-Fragebögen, die Bewerber mit ihrer sexuellen Vorerfahrung konfrontiert hätten, seien ihr nicht bekannt. Zudem weist Scharrenberg den Vorwurf zurück, dass „OM“ als „Sittenpolizei“ agiere. Regeln gebe es durchaus, doch diese seien notwendig. Insbesondere gehe es darum, das Zusammenleben verschiedener Kulturen zu koordinieren und den Aufenthalt auf dem Schiff für alle tragbar zu machen.

„Verschiedene Kulturen haben ein unterschiedliches Schamempfinden und fühlen sich in unterschiedlichen Kontexten wohl. Dieser Verantwortung stellt sich OM und versucht diesbezüglich, den bestmöglichen Weg zu gehen. Das schließt auch gewisse Kleidungsvorschriften mit ein“, so Scharrenberg.

Die Frage, welche Glaubensgrundlage der Arbeit der Logos Hope zugrunde liegt, beantwortet die Mitarbeiterin ohne zu zögern. OM habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, konservative Werte zu vertreten. „Wir sind überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist und heute noch zu uns spricht.“

Laut Scharrenberg war nach Erscheinen des Artikels schnell klar, dass dieser den Aufenthalt in Hamburg nicht überschatten solle. Es sei ihnen wichtig, sich auf das zu konzentrieren, wofür sie gekommen seien: „Die Menschen in der Hansestadt einzuladen, Jesus Christus kennenzulernen.“

Die „Logos Hope“ ankert noch bis einschließlich 14. Juni im Hamburger Hafen und bricht anschließend nach Großbritannien auf.

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