Spätestens nach dem Erfolg von „ProReli“ in Berlin wird die einheitliche Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen öffentlich diskutiert. Der Münchner Oldenbourg Verlag hat nun das Lehrwerk „Mein Islambuch“ herausgegeben. Wie der Evangelische Pressedienst (epd) berichtet, ist das Buch für den Unterricht der ersten und zweiten Klasse geeignet und in Bayern und Nordrhein-Westfalen bereits zugelassen. In weiteren Ländern wie Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, so der „epd“, werde eine mögliche Zulassung von den Kultusministerien überprüft.
Laut Verlag vermittelt das Buch den Schülern die Grundlagen des Islam und zeigt Gemeinsamkeiten der Weltreligionen auf. Außerdem stärke das Buch junge Muslime in ihrer Identität und „ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Muslime. Es gibt ihnen Orientierungshilfen und unterstützt sie dabei, ihren Platz in der multikulturellen Gesellschaft zu finden.“ Zudem vermittle „Mein Islambuch“ einen Zugang zur deutschen Sprache.
Jörg Platiel vom Verlag Oldenbourg erklärte gegenüber „epd“: „Projekte dieser Art können dabei helfen, Kindern aus Migrantenfamilien ein Stück Zukunft und Heimat zu geben.“ Unter den drei Millionen Muslimen in Deutschland, so erklärte er, seien rund eine Million schulpflichtige Kinder und Jugendliche. In fast allen Bundesländern gebe es Projekte zum islamischen Religionsunterricht. Jedoch besuche erst ein Bruchteil aller muslimischer Schüler die freiwilligen Islam-Stunden. (PRO)