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Ohne Kleidung – mit Mission

Missionarisch kann man dieses Anliegen wohl auch nennen: Halbnackt posieren zwölf Mormonen in einem Kalender für das kommende Jahr. Damit wollen sie nicht etwa für ihren Glauben werben – sondern für mehr Toleranz.

Von PRO

Foto: Mormons Exposed

"Mormons Exposed" (Entblößte Mormonen) lautet der Titel eines Projekts des Amerikaners Chad Hardy. In dessen Rahmen zeigt er zum Beispiel ehemalige Prediger der "Kirche Jesu Christi der Letzten Tage" in einem Erotikkalender. Auf jeder Seite ist ein Mormone mit entblößtem Oberkörper zu sehen, dazu gibt es ein Bild von ihm im Missionars-Outfit, dem für diese Glaubensrichtung typischen weißen Hemd mit Krawatte und schwarzer Stoffhose.

Doch das ist längst nicht alles, was Hardy, der mittlerweile wegen seines unorthodoxen Projekts aus der Mormonen-Gemeinde ausgeschlossen wurde, der Welt bieten möchte. So gab es 2010 auch einen Kalender mit Frauen in erotischen Posen und wenig Kleidung. Der Titel: "Hot Mormon Muffins – A Taste of Motherhood" (Heiße Mormonen-Muffins – Der Geschmack der Mutterschaft). Außerdem vertreibt er Aufkleber und T-Shirts. Darauf ist etwa ein männliches Strichmännchen, umgeben von sechs weiblichen Figuren, zu sehen. Darunter heißt es: "Lot’s of Love" (Jede Menge Liebe), eine Anspielung auf die bei den Mormonen erlaubte Vielehe. Seinen umstrittenen Kalender vertrieb er erstmals für das Jahr 2008.

Hardy will Dialog und Toleranz fördern

Zumindest offiziell will der Gründer mit seinen Produkten aber keinen Gewinn machen, sondern für religiöse Toleranz werben. "Im Namen der Religion wird viel zu viel Angst, Wut, Hass und Gewalt verbreitet. Indem wir diese Missionare als normale Menschen zeigen, hoffen wir, einen gemeinsamen Leitfaden aufzubauen, der manche der Blockaden einreißen kann, die wir aufgebaut haben", erklärt er sich auf seiner Internetseite. Die "Schockwirkung" seines Kalender, so glaubt er, habe zu einem Dialog zwischen den Glaubensrichtungen geführt und die Toleranz gefördert.

Hardy selbst stammt nach eigenen Angaben aus einer Mormonen-Familie, hat acht Jahre lang in Utah, der amerikanischen Hochburg seiner Glaubensbrüder, gelebt und war selbst als Missionar unterwegs. Heute bezeichnet er sich als spirituellen Ex-Mormonen. Über seine Pin-up-Boys schreibt er: "Diese Männer zeigen der Welt, dass sie einen starken Glauben haben und stolz auf das sein können, was sie sind." Sie bewiesen so einen Sinn für Individualismus und Humor zugleich. Wer den Modellen noch näher kommen will, kann das online tun. Auf der Seite des Projekts können die Leser ihren liebsten Missionar wählen und Informationen über ihn abrufen. Der Kalender selbst ist für einen Preis von 15,95 Dollar zu haben. Ein Teil der Einnahmen, darauf legt Hardy Wert, wird für wohltätige Zwecke gespendet. (pro)

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