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Ohne Intuition keine Evolution

Warum lehnen so viele Menschen die Evolutionstheorie ab? Amerikanische Wissenschaftler der Ohio State University wollen dafür eine Erklärung gefunden haben: Wenn Menschen die Evolutionstheorie ablehnen, dann liegt es nicht an ihrem Wissensstand, sondern an ihrer Intuition.
Von PRO

Foto: C.O.D. Library / CC-BY-NC-SA

Der Ausgangspunkt der Studie ist ein pädagogisches Problem: Viele Biologielehrer würden die Evolutionstheorie nicht als angemessene Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde akzeptieren. Damit würden sie jedoch das "zentrale Gedankengebäude" der modernen Biologie ablehnen, auf dem zahlreiche Anwendungen basieren, "die wir benötigen, um die Gesundheit des Menschen und der Umwelt voranzubringen".

Intuition als menschlicher Faktor

Frühere Untersuchungen zu diesem Thema suchten nach Faktoren wie Bildung oder Glaube, um herauszufinden, was dazu führt, die Evolutionstheorie anzunehmen oder abzulehnen. Jedoch, so die Wissenschaftler aus Ohio, kamen die Studien zu keinem eindeutigen Ergebnis. Ein direkter Zusammenhang etwa zwischen dem Wissen über Aussagen der Evolutionstheorie und deren Akzeptanz konnte nicht festgestellt werden.

Die neue Untersuchung berücksichtigt neben den von anderen Studien bereits aufgenommenen Faktoren auch die Rolle der intuitiven Wahrnehmung. Nicht nur das Wissen, die religiöse Identität, die Berufsgruppe oder der Bildungsstand der Eltern, sondern auch das "Bauchgefühl" sei ausschlaggebend dafür, ob Menschen die Evolutionstheorie annehmen oder nicht.

Studie mit südkoreanischen Biologie-Studenten

Die Wissenschaftler befragten für ihre Studie 124 Biologie-Studenten an zwei südkoreanischen Universitäten. Die Wahl fiel auf Südkorea, da dort die Religion keine so große Rolle spielt wie in den USA. Etwa die Hälfte der befragten Studenten gab an, nicht religiös zu sein. Ansonsten achteten die Forscher darauf, dass die Befragten gleiche Voraussetzungen mitbringen: die gleichen intellektuellen Fähigkeiten, das gleiche Alter, die gleichen Seminare an der Universität.

In dem Test wurden die Studenten über ihr evolutionstheoretisches Wissen befragt. Neben diesem bloßen Wissen mussten sie – anhand ihres "Bauchgefühls" – angeben, wie überzeugend sie die Fakten finden und wie ihre allgemeine Einstellung zur Evolutionstheorie ist.

Das Gefühl ist mächtiger als das Wissen

Das zentrale Ergebnis der Studie war, dass die Studenten die Evolutionslehre dann am überzeugendsten fanden, wenn sie das Gefühl hatten, dass die einzelnen Fakten überzeugend sind. Wenn dieses Gefühl nicht vorhanden war, konnte auch ein hoher Wissensstand nicht dazu führen, dass sie die Evolutionslehre akzeptieren.

Für die Wissenschaftler hatte die Studie ein eher ernüchterndes Ergebnis: Einerseits habe man die Intuition als wichtigen Faktor in der Erziehung erkannt. Andererseits gibt es noch zu wenig Wissen darüber, welche pädagogischen Konsequenzen daraus zu ziehen seien. Jedenfalls könne die Beachtung der Intuition dabei helfen, Vorurteile gegenüber Personen abzubauen, die die Evolutionstheorie nicht akzeptieren. Außerdem könne man sie im Unterricht auf die Rolle ihrer Intuition aufmerksam machen: "Studenten muss klar gemacht werden, dass ihre Intuition eine große Rolle beim Nachdenken spielt. Auf diese Weise werden sie wissenschaftlich mündige Bürger." (pro)

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