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Null-Euro-Schein erinnert an Barmer Theologische Erklärung

Der wachsenden Einflussnahme der Nationalsozialisten auf die Kirche setzten Protestanten 1934 die „Barmer Theologische Erklärung“ entgegen. Ein Null-Euro-Schein erinnert jetzt an die theologische Bekenntnisschrift.
Von Norbert Schäfer
Der Theologe Karl Barth war maßbeglich an der Formulierung der Bekenntnisschrift beteiligt

Foto: gott.net

Der Theologe Karl Barth war maßbeglich an der Formulierung der Bekenntnisschrift beteiligt

85 Jahre nach der Verabschiedung der „Barmer Theologischen Erklärung” von 1934 erinnert ein Null-Euro-Schein an das historische Dokument der deutschen Kirchengeschichte. Vertreter aus fast allen evangelischen Landeskirchen des Deutschen Reiches hatten sich vom 29. bis 31. Mai 1934 in der Wuppertaler Gemeinde Barmen-Gemarke getroffen und eine gemeinsame Erklärung verabschiedet.

Mit dem Schein will die Initiative gott.net nun eigenen Angaben zufolge „dieses Ereignis und seine Aussagen wieder in Erinnerung rufen”. Dabei handelt es sich um einen echten Geldschein, der in etwa die Größe einer 20-Euro-Banknote hat. Der Schein wird auf Banknotenpapier gedruckt und weist alle Produktions- und Sicherheitsmerkmale echter Euro-Scheine auf.

Abgrenzung vom Nationalsozialismus

139 Delegierten der sogenannten „Reichs-Bekenntnissynode” formulierten 1934 als Kernaussage:

„Jesus Christus ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.”

Die Synodalen stellten sich mit dem Bekenntnis offen gegen die Irrlehren der „Deutschen Christen“, die den Protestantismus an das Führerprinzip der Nationalsozialisten und die Diktatur von Adolf Hitler angleichen wollten. Zu den Hauptautoren der Bekenntnisschrift zählte der Theologe Karl Barth.

In vielen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gilt die Barmer Theologische Erklärung als „wegweisendes Lehr- und Glaubenszeugnis”, schreiben die Initiatoren der Banknote. In einigen Landeskirchen würden Pfarrer bei der Ordination auf die Barmer Erklärung verpflichtet.

Luther war Vorreiter

Der Geldschein zum Preis von zwei Euro zeigt auf der Vorderseite die Titelseite der „Barmer Zeitung” von 1934 mit der Überschrift „Die Deutsche Bekenntnis-Synode” und der Unterzeile „Ein kirchengeschichtliches Ereignis/ Massenversammlung/ Wichtige Entschließungen” sowie den Kernsatz der Erklärung. Auf der Rückseite der Banknote sind europäische Kulturdenkmäler abgedruckt, darunter der Eiffelturm, das Brandenburger Tor und das Kolosseum.

Bereits zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 hatte die Initiative gott.net einen Null-Euro-Schein mit einem Zitat des Reformators Martin Luther veröffentlicht. Darauf steht: „Gottes Gnade gibt es umsonst“. Anlässlich des Reformationsjubiläums hatte sich die Europäische Zentralbank erstmals bereit erklärt, auch religiöse Bezüge in Text und Bild auf einem Sonderschein zu genehmigen.

Null-Euro-Schein „Gottes Gnade gibt es umsonst“ Foto: gott.net
Null-Euro-Schein „Gottes Gnade gibt es umsonst“

Gott.net ist eine Initiative von katholischen, evangelischen und freikirchlichen Christen. In der Öffentlichkeit wird die Arbeit des Vereins vor allem durch Großflächenwerbung mit christlichen Bezügen an Autobahnen wahrgenommen. Der Scheine können über den Webshop des Vereins erworben werden.

Von: Norbert Schäfer

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