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Nigeria: Lebenszeichen von entführten Schülerinnen

Zwei Jahre nach der Entführung von mehr als 270 Schülerinnen in Nigeria hat die islamistische Terrorgruppe Boko Haram nun ein Video veröffentlicht. Darauf sind offenbar 15 der Entführten zu sehen. Mitschülerinnen und Mütter wollen die Mädchen wiedererkannt haben.
Von PRO
Seit der Entführung der nigerianischen Schülerinnen durch Boko Haram fordern zahlreiche Menschen deren Freilassung. Nun hat die Terrorgruppe ein angebliches Lebenszeichen der Mädchen, eine Filmaufnahme, an die Regierung übermittelt.
Seit der Entführung der nigerianischen Schülerinnen durch Boko Haram fordern zahlreiche Menschen deren Freilassung. Nun hat die Terrorgruppe ein angebliches Lebenszeichen der Mädchen, eine Filmaufnahme, an die Regierung übermittelt.
Im April 2014 hatte die Islamistengruppe Boko Haram 276 Schülerinnen aus ihrem Schlafraum einer Schule in Chibok entführt. Die Suche nach ihnen blieb bislang erfolglos. Nach zwei Jahren hat Boko Haram nun ein Lebenszeichen der entführten Mädchen an die nigerianische Regierung gegeben, wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet. Ein Video zeigt 15 der entführten Mädchen. Sie sind verschleiert, lediglich das Gesicht ist erkennbar. Ein Mann hinter der Kamera, der nicht im Bild erscheint, fragt jede von ihnen nach ihrem Namen und der Herkunft. Die Mädchen nennen darüber hinaus das Datum der Aufnahme, den 25. Dezember 2015. Bislang hätten drei Mütter und Mitschülerinnen einige der Mädchen auf dem Video wiedererkannt, berichtet der amerikanische Fernsehsender.

Kritik an nigerianischer Regierung

Die Aufnahmen sollen als Lebensnachweis der Schülerinnen für Unterhändler der nigerianischen Regierung dienen. Diese bestätigte, das Video erhalten zu haben. Derzeit prüfen Experten die Echtheit der Filmaufnahmen. Informationsminister Lai Mohammed sagte gegenüber CNN: „Wir sind ein wenig darüber besorgt, dass die Mädchen in dem Video nicht unter Stress zu stehen scheinen und dass sich ihr Aussehen [seit der Entführung] kaum verändert hat.“ Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari und sein Vorgänger Goodluck Jonathan hatten mehrfach die Befreiung der Mädchen versprochen, konnten bislang jedoch keine Erfolge erzielen. Dennoch habe die Suche nach den entführten Schülerinnen weiterhin Priorität, versicherte der Informationsminister. Eine Leiterin der Initiative „Bring Back Our Girls“ (Bringt unsere Mädchen zurück), Bukola Shonibare, kritisiert die Vorgehensweise der Regierung. „Es gibt noch immer keinen offiziellen Bericht oder ein Positionspapier über das Vorgehen der Regierung. Versprechen reichen nicht.“ Einige der Mädchen konnten nach der Entführung fliehen. Laut Zeugenberichten halten Mitglieder von Boko Haram die Mädchen als Sexsklavinnen, zwingen sie zur Heirat oder zum Übertritt zum Islam. Noch immer verschleppt die Terrororganisation laut Amnesty International junge Mädchen. Die Versklavung andersgläubiger Frauen gelte für sie als religiöse Pflicht. Die Terrororganisation Boko Haram will im Nordosten Nigerias einen sogenannten Gottesstaat errichten. Seit 2009 tötete sie bei Anschlägen und Angriffen mehr als 14.000 Menschen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen/detailansicht/aktuell/rtl-zeigt-dokumentarfilm-ueber-terror-opfer-94142/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/boko-haram-sie-haben-mir-nur-meinen-namen-gelassen-93112/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/nigeria-die-christen-sind-untergetaucht-90666/
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